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EHEM. GASTHAUS "ZUR KANNE"

Das Haus in der Mainzer Straße erinnert an die Durchreise Martin Luthers auf dem Weg zum Reichstag in Worms im April 1521.

Er übernachtete an dieser Stelle im heute nicht mehr existierenden Gasthaus „Zur Kanne“. Begleitet wurde Luther von Kaspar Sturm, einem in Oppenheim geborenen Reichsherold, der ihm kaiserlichen Schutz gewährte und damit nicht nur Begleiter, sondern Garant für seine Sicherheit während der Reise war. Während seines Aufenthalts erhielt Luther wichtige Nachrichten über die Lage in Worms. Dort musste er entscheiden, ob er seine Schriften widerruft oder verteidigt. Wer den Lutherweg erwandert, der durch Oppenheim führt, kann auch heute noch seinen Spuren auf dem Weg nach Worms folgen.

Ein Reformator auf dem Weg zu einer Entscheidung von historischer Tragweite – und an seiner Seite ein Oppenheimer im Auftrag des Kaisers.

Als Martin Luther im Frühjahr 1521 zum Reichstag nach Worms reiste, führte sein Weg auch durch Oppenheim. Begleitet wurde er von Kaspar Sturm, dem kaiserlichen Reichsherold. Seine Aufgabe war weit mehr als die eines Reisebegleiters: Sturm garantierte Luther im Namen des Kaisers sicheres Geleit durch die verschiedenen Herrschaftsgebiete.

Für Oppenheim besitzt diese Reise noch eine zweite besondere Verbindung. Kaspar Sturm war hier geboren und erst 1520 zum Reichsherold ernannt worden. Damit bekleidete er eine herausgehobene Stellung im kaiserlichen Dienst. Er vertrat sichtbar die Autorität des Kaisers und begleitete politische Kommunikation auf höchster Ebene.

Luthers Ziel war der Reichstag in Worms. Kaiser Karl V. hatte ihn vorgeladen, damit er dort seine Schriften widerrufen oder verteidigen konnte. Die Reise führte von Frankfurt über Oppenheim nach Worms – durch eine damals bedeutende Reichsstadt in strategisch günstiger Lage am Rhein.

Am 14. April 1521 erreichte Luther Oppenheim. Er übernachtete im Gasthaus „Zur Kanne“. Sein Aufenthalt dauerte nur kurz, doch die Situation war angespannt. Hier erhielt Luther Nachrichten über die Stimmung in Worms und darüber, was ihn dort erwartete. Längst ging es nicht mehr nur um eine akademische Auseinandersetzung. Glaubensfragen trafen auf politische Macht. Hielt Luther an seinen Überzeugungen fest, drohten schwerwiegende Folgen bis hin zur Reichsacht. Ein Widerruf dagegen hätte die noch junge Reformationsbewegung erheblich geschwächt.

Schon am folgenden Tag setzte er seine Reise über Guntersblum nach Worms fort. Wenige Tage später kam es zu seinem berühmten Auftreten vor dem Reichstag. Seine Weigerung, seine Schriften zu widerrufen, wurde zu einem Wendepunkt europäischer Geschichte. Der Reichstag von Worms stärkte die Reformation und leitete eine neue Phase kirchlicher und politischer Entwicklungen ein.

Während Luther im Zentrum der Aufmerksamkeit stand, sorgte Kaspar Sturm für den rechtlich geschützten Rahmen dieser gefährlichen Reise. Gerade dieses Zusammenspiel von religiösem Konflikt und kaiserlicher Ordnung macht die Oppenheimer Episode so bemerkenswert.

Heute erinnern Stadtführungen und Informationstafeln daran. Auch der Lutherweg zwischen Frankfurt und Worms führt durch Oppenheim – und macht die Stadt zu einer Etappe auf den Spuren der Reformation.

Stell dir vor, du legst dich mit dem Kaiser an! 

Genau das tat der Mönch Martin Luther 1521.

Auf seiner gefährlichen Reise zum großen Reichstag nach Worms machte er genau hier, im Oppenheimer Gasthaus „Zur Kanne“, Station. In Worms sollte Luther vor dem Kaiser seine Ideen zum Glauben widerrufen, also zugeben, dass seine neuen Vorstellungen falsch waren. Doch Luther dachte gar nicht daran, weil er fest an seine Wahrheit glaubte.

Auf dem Weg beschützte ihn Kaspar Sturm, der kaiserliche Reichsherold, so etwas wie ein Bodyguard, aus Oppenheim. Genau in diesem Gasthaus sollen ängstliche Freunde versucht haben, Luther im letzten Moment zu überreden, sich zu verstecken.

Doch Luther ging mutig nach Worms. Sein großes Ziel war die Erneuerung des christlichen Glaubens: heute als Reformation bezeichnet, denn das bedeutet das Wort eigentlich. Luther kritisierte viele Missstände in der damals alles bestimmenden katholischen Kirche. Da die Menschen glaubten, sie könnten sich von den Strafen in der Hölle und im Fegefeuer freikaufen, wurde das von der Kirche ausgenutzt, die sog. Ablassbriefe verkaufte. Luther fand das unfair.

Er übersetzte die Bibel ins Deutsche, damit jeder selbst lesen konnte, was in der Bibel steht – ohne Latein oder die Übersetzung durch Priester zu brauchen. Durch Luthers Mut vor dem Kaiser veränderte sich die Kirche für immer und es entstand die evangelische Kirche.

In der Mainzer Straße stand früher ein Gast-Haus.

Es hieß Zur Kanne.
Heute gibt es dieses Gast-Haus nicht mehr.
Vor mehr als 500 Jahren hat hier Martin Luther geschlafen.
Martin Luther war ein wichtiger Mann für die Kirche.
Er war auf dem Weg in die Stadt Worms.
Dort war eine große Versammlung.
Luther hatte wichtige Texte geschrieben.
Viele Menschen waren mit diesen Texten über die Kirche nicht einverstanden.
In Worms sollte er die Texte erklären.
In Oppenheim bekam er Nachrichten aus Worms.
Ein Mann aus Oppenheim hat Luther begleitet.
Er hieß Kaspar Sturm.
Er hat Luther auf der Reise beschützt.
Heute gibt es den Luther-Weg durch Oppenheim.
Auf diesem Weg können Sie Luther folgen.

The building in Mainzer Straße commemorates Martin Luther‘s passage through Oppenheim on his way to the Diet of Worms in April 1521.

He spent the night here at the inn ‚Zur Kanne‘, which no longer exists. Luther was accompanied by Kaspar Sturm, an imperial herald born in Oppenheim, who granted him imperial protection and was therefore not only his companion but also the guarantor of his safety during the journey. While in Oppenheim, Luther received important news about the situation in Worms. There he had to decide whether to recant or defend his writings. Those who walk the Luther Trail through Oppenheim can still follow in his footsteps on the way to Worms today.

La maison de la Mainzer Straße commémore le passage de Martin Luther à Oppenheim, en avril 1521, alors qu‘il se rendait à la Diète de Worms.

Il a passé la nuit à cet endroit, dans l‘auberge « Zur Kanne », qui n‘existe plus aujourd‘hui. Luther était accompagné de Kaspar Sturm, un héraut impérial né à Oppenheim, qui lui assurait la protection de l‘Empire et était ainsi non seulement son accompagnateur, mais aussi le garant de sa sécurité pendant le voyage. Pendant son séjour, Luther reçut des nouvelles importantes concernant la situation à Worms. C’est là qu’il a dû décider s‘il allait se rétracter ou défendre ses écrits. Ceux qui empruntent le sentier de Luther, qui traverse Oppenheim, peuvent encore aujourd‘hui suivre ses traces sur le chemin menant à Worms.

Het huis in de Mainzer strasse herinnert aan de doortocht van Maarten Luther op weg naar de Rijksdag in Worms in april 1521.

Hij overnachtte hier in de herberg ‚Zur Kanne‘, die vandaag niet meer bestaat. Luther werd begeleid door Kaspar Sturm, een in Oppenheim geboren rijksheraut, die hem keizerlijke bescherming verleende en daarmee niet alleen zijn metgezel was, maar ook garant stond voor zijn veiligheid tijdens de reis. Tijdens zijn verblijf ontving Luther belangrijke berichten over de situatie in Worms. Daar moest hij beslissen of hij zijn geschriften zou herroepen of verdedigen. Wie de Lutherweg bewandelt die door Oppenheim voert, kan ook vandaag nog zijn sporen volgen op weg naar Worms.

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Alle Rundgänge starten zentral in der Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar.
Dauer: ca. 1,5 bis 2,5 Stunden pro Rundgang

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