PFAUGASSE - JAKOB KÖBEL
Wer durch die Pfaugasse geht, folgt den Spuren eines Mannes, der Oppenheim mit der Welt des Wissens verband.
Jakob Köbel, Stadtschreiber, Humanist und Drucker, brachte im 16. Jahrhundert neue Ideen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Bücher in die Stadt. In seiner Druckerei entstanden Werke über Mathematik, Astronomie und praktische Handbücher. Sein Wirken machte Oppenheim zu einem Ort der Bildung und der Druckkunst, der weit über die Region hinausstrahlte.
Text anhören:
Die heutige Pfaugasse, früher als Rentzergasse bekannt, ist untrennbar mit dem Leben und Wirken von Jakob Köbel verbunden – einer der großen Persönlichkeiten der Oppenheimer Stadtgeschichte.
Um 1462 in Heidelberg geboren und 1533 in Oppenheim gestorben, vereinte Köbel gleich mehrere Talente in sich: Stadtschreiber, Mathematiker, Drucker und Humanist. In seiner Person verbanden sich Verwaltungspraxis, wissenschaftliche Neugier und die reiche Gelehrtenkultur der frühen Neuzeit.
Seine Bildungsreise begann in Heidelberg mit dem Studium der freien Künste und des Rechts, führte ihn weiter nach Erfurt, einem bedeutenden Zentrum des Humanismus, und schließlich in den 1490er Jahren an die renommierte Universität Krakau. Dort widmete er sich intensiv Mathematik und Astronomie – zur gleichen Zeit, als auch Nikolaus Kopernikus dort studierte. Eine persönliche Begegnung der beiden ist zwar nicht belegt, doch wahrscheinlich kam Köbel dort mit den damals wegweisenden Methoden der Himmels- und Erdvermessung in Berührung, die sein späteres Werk prägen sollten.
Nach seiner Rückkehr wirkte Köbel zunächst in Heidelberg als Korrektor und Drucker, bevor er sich um 1494 in Oppenheim niederließ, das damals unter kurpfälzischer Verwaltung stand. 1507 wurde er zum Stadtschreiber berufen – eines der wichtigsten zivilen Ämter der Stadt, verantwortlich für die rechtliche Beratung des Rates, die Führung der Stadtbücher sowie die Verwaltung von Urkunden, Siegeln und Finanzen. Mit seiner Heirat der Tochter des Ratsherrn Henrich zum Gelthus wurde er auch familiär fest in die städtische Führungsschicht eingebunden.
Neben seinem Amt gründete Köbel in der damaligen Rentzergasse eine eigene Druckerei, aus der zahlreiche Werke hervorgingen – Rechenbücher, astronomische Schriften und praktische Handbücher. Sie zeugen von der beeindruckenden Bandbreite seines Wissens und davon, wie eng Verwaltung, Wissenschaft und Buchdruck in der frühen Neuzeit ineinandergriffen.
Auch nach Köbels Tod 1533 bestand seine Druckerei noch einige Jahre fort. Bis heute lebt seine Erinnerung im Stadtbild weiter – ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass Oppenheim im 16. Jahrhundert weit mehr war als ein Verwaltungszentrum: ein Ort, an dem humanistische Bildung und frühe Druckkunst aufblühen konnten.
Wenn du heute durch die gemütliche Pfaugasse in Oppenheim spazierst, ahnst du nicht, dass diese kleine Straße vor über 500 Jahren das modernste Medienzentrum der ganzen Region war.
Kindertext anhören:
Genau hier lebte und arbeitete nämlich ein echter Superstar der Wissenschaft, Jakob Köbel.
Jakob Köbel zog im Jahr 1494 nach Oppenheim und bekam bald den wichtigsten Job im Rathaus. Er wurde der oberste Stadtschreiber.
Weil es damals noch keine Computer gab, verwaltete er alle wichtigen Briefe des Bürgermeisters, schrieb die Gesetze auf und arbeitete als Richter bei Streitigkeiten. Weil er außerdem sehr gut in Mathematik war, schickte die Stadt ihn als offiziellen Feldmesser los. Er sollte Grundstücke vermessen und Waagen auf dem Marktplatz auf ihre Richtigkeit überprüfen.
Aber das war Köbel noch nicht genug. In seinem Haus in der Pfaugasse gründete er die allererste Buchdruckerei von Oppenheim. Mit schweren Buchstabenvorlagen aus Metall und einer riesigen Holzpresse stellte er dort nacheinander über 150 Bücher her. Er druckte keine langweiligen lateinischen Texte, sondern spannende Lehrbücher auf Deutsch. Darin erklärte er den Kindern, wie man kinderleicht mit Zahlen rechnet, wie eine Sonnenuhr funktioniert und er druckte die ersten Flugblätter für die neue lutherische Religion nach der Reformation.
In der Pfau-Gasse hat Jakob Köbel gelebt.
Text anhören:
Er hat vor ungefähr 500 Jahren gelebt.
Jakob Köbel hat für die Stadt wichtige Dokumente geschrieben.
Er war auch Drucker.
Ein Drucker stellt Bücher her.
In seiner Werkstatt sind viele Bücher entstanden.
Es waren Bücher über Mathematik.
Und Bücher über die Sterne.
Es gab auch Bücher mit Tipps für den Alltag.
Durch Jakob Köbel wurde Oppenheim bekannt.
Anyone walking through Pfaugasse follows in the footsteps of a man who connected Oppenheim with the world of knowledge.
Jakob Köbel, town clerk, humanist and printer, brought new ideas, scientific insights and books to the town in the 16th century. His printing house produced works on mathematics, astronomy and practical manuals. His activity made Oppenheim a place of learning and print culture whose influence reached far beyond the region.
En empruntant la Pfaugasse, les visiteurs suivent les traces d‘un homme qui a relié Oppenheim au monde du savoir.
Au XVIe siècle, Jakob Köbel, greffier municipal, humaniste et imprimeur, a fait découvrir à la ville de nouvelles idées, des connaissances scientifiques et des livres. Son imprimerie a produit des ouvrages consacrés aux mathématiques, à l‘astronomie et des manuels pratiques. Son travail a fait d’Oppenheim un haut lieu de l‘éducation et de l‘art de l‘imprimerie, dont le rayonnement s‘étendait bien au-delà de la région.
Wie door de Pfaugasse loopt, volgt de sporen van een man die Oppenheim verbond met de wereld van de kennis.
Jakob Köbel, stadsschrijver, humanist en drukker, bracht in de 16e eeuw nieuwe ideeën, wetenschappelijke inzichten en boeken naar de stad. In zijn drukkerij ontstonden werken over wiskunde, astronomie en praktische handboeken. Zijn werk maakte Oppenheim tot een plaats van vorming en drukkunst die tot ver buiten de regio uitstraalde.
RUNDGANG/TOUR 2 - ROUTE
- Geburtshaus Paul Wallot (14)
- Anton-Prätorius-Haus (39)
- Geschlechterbrunnen (29)
- Geburtshaus Jakob Steffan (13)
- Löwen-Apotheke (17)
- Jakob Köbel (49)
- Kirche St. Bartholomäus (16)
- Rodensteiner Hof (27)
- Grundschule (45)
- Sparrhof (22)
- Merianhaus (19)
- Startpunkt: Marktplatz
- Strecke: 1,7 KM
- Höhenmeter: 60 hm
- Dauer: ca. 1 Std. 15 Min.
- Alternative Strecke
- Startpunkt: Marktplatz
- Strecke: 2,1 KM
- Höhenmeter: 65 hm
- Dauer: ca. 1 Std. 25 Min.
GUT ZU WISSEN
Alle Rundgänge starten zentral in der Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar.
Dauer: ca. 1,5 bis 2,5 Stunden pro Rundgang

