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ANTON-PRÄTORIUS-HAUS

Dieses Haus ist dem Gedenken eines Mannes gewidmet, der seiner Zeit vorausdachte.

Anton Prätorius wirkte 1589 kurz als Diakon an der Oppenheimer Katharinenkirche und gehörte zu den ersten Theologen Deutschlands, die öffentlich gegen Folter und Hexenverfolgung Stellung bezogen. Mit großem persönlichem Mut setzte er sich für Gerechtigkeit und Menschlichkeit ein und rettete sogar eine Angeklagte vor der Folter. Wer hier verweilt, begegnet einem bemerkenswerten Kapitel europäischer Geistes- und Religionsgeschichte.

Um 1560 in Lippstadt geboren, wirkte Anton Prätorius als reformierter Pfarrer an mehreren Orten West- und Südwestdeutschlands – und wurde zu einer der mutigsten Stimmen seiner Zeit.

Bekannt wurde er vor allem durch seine früh formulierte, unmissverständliche Kritik an Folter und Hexenverfolgung, eine Haltung, die er theologisch fundiert vertrat, obwohl sie ihn erheblicher persönlicher Gefahr aussetzte. Seine Lebensstationen führten ihn unter anderem nach Worms, Oppenheim, Dittelsheim und Birstein, bis er schließlich 1613 in Laudenbach an der Bergstraße starb.

In Oppenheim wirkte Prätorius 1589 als Diakon an der Katharinenkirche – eine kurze, aber bedeutsame Station, die in seine Zeit konfessioneller Neuorientierung fiel und seinen Übergang zum reformierten Bekenntnis markierte. 1592 führte ihn sein Weg weiter in die Pfarrstelle nach Dittelsheim, ganz in der Nähe – ein Beleg für seine enge Verbindung zur reformierten Kirchenlandschaft Rheinhessens.

Seine größte Wirkung entfaltete Prätorius mit seinem Traktat „Gründlicher Bericht von Zauberey und Zauberern“. Zunächst 1598 anonym erschienen, veröffentlichte er 1602 eine erweiterte Fassung unter seinem eigenen Namen – ein Akt persönlichen Mutes, der seine Haltung öffentlich und unmissverständlich machte. Weitere Auflagen folgten 1613 und 1629. Darin wandte er sich klar gegen Folter und die Praxis der Hexenprozesse – eine der frühesten, deutlich formulierten Positionen dieser Art innerhalb der protestantischen Theologie.

Wie ernst es ihm damit war, zeigt ein Vorfall aus dem Jahr 1597 im Herrschaftsgebiet Isenburg-Birstein: Prätorius trat dort öffentlich gegen die Anwendung von Folter auf – und es gelang ihm tatsächlich, eine Angeklagte aus der Folter zu befreien. Ein Moment, der seinen Schriften bis heute zusätzliches Gewicht verleiht.

Bis in die historische Forschung der Gegenwart wirkt sein Denken nach: Der „Gründliche Bericht“ gilt als frühes, bedeutendes Zeugnis theologisch begründeter Kritik an Folter und Hexenverfolgung – und seine Verbindungen zu Orten wie Oppenheim und Dittelsheim bleiben fester Bestandteil der regionalgeschichtlichen Erinnerung.

Vor über 400 Jahren lebte hier ein Mann, der sich traute, laut seine Meinung zu sagen, obwohl das damals lebensgefährlich war.

Sein Name war Anton Prätorius.

Er wurde um 1560 geboren und zog im Jahr 1589 nach Oppenheim, um als Diakon an der Katharinenkirche zu arbeiten. Prätorius war kein zurückgezogener Geistlicher. Am liebsten diskutierte er mit den Menschen lautstark über Gott und die Gerechtigkeit.

Damals glaubten fast alle Menschen an Zauberei und böse Hexen. Es gab grausame Gerichtsprozesse, bei denen unschuldige Menschen wegen Zauberei oder als Hexen beschuldigt wurden. Um Geständnisse zu erzwingen, sperrte man die Angeklagten in düstere Folterkammern und fügte ihnen körperliche und seelische Schmerzen zu.

Anton Prätorius fand das zutiefst ungerecht und falsch. Er riskierte sein eigenes Leben, sprach sich öffentlich gegen diese Ungerechtigkeit aus und schrieb sogar ein berühmtes Buch gegen Hexenprozesse.

Einmal stürmte er sogar mutig los und rettete eine Frau direkt vor der schlimmen Folter. Das war für sein eigenes Leben eine große Gefahr.

Heute erinnert eine Gedenktafel an der Katharinenkirche an diesen frühen Kämpfer für die Menschenrechte.

Dieses Haus erinnert an Anton Prätorius.

Er hat vor mehr als 400 Jahren gelebt.
Kurze Zeit hat er in der Katharinen-Kirche gearbeitet.
Damals haben viele Menschen an Hexen geglaubt.
Sie dachten: Hexen machen anderen Menschen Böses.
Viele Frauen wurden darum gequält und getötet.
Das Quälen nennt man Folter.
Anton Prätorius fand das falsch.
Er hat öffentlich dagegen gesprochen.
Das war sehr mutig.
Er hat sogar eine Frau vor der Folter gerettet.
Nur wenige Menschen haben sich damals so getraut.

This house is dedicated to the memory of a man who thought ahead of his time.

Anton Praetorius served as a deacon at Oppenheim‘s St Catherine‘s Church in 1589 for a short time and was among the first theologians in medieval Germany to speak out publicly against torture and the persecution of witches. With great personal courage, he campaigned for justice and humanity and even saved an accused woman from torture. Those who pause here encounter a remarkable chapter in European intellectual and religious history.

Cette maison est dédiée à la mémoire d‘un homme dont la pensée était en avance sur son temps.

Anton Praetorius a exercé la fonction de diacre à l‘église Sainte-Catherine d‘Oppenheim en 1589 et comptait parmi les premiers théologiens d‘Allemagne à prendre publiquement position contre la torture et la chasse aux sorcières. Faisant preuve d‘un grand courage personnel, il s‘est engagé en faveur de la justice et de l‘humanité et a même sauvé une accusée de la torture. Quiconque passe par ici découvre un chapitre remarquable de l‘histoire intellectuelle et religieuse de l‘Europe.

Dit huis is gewijd aan de herinnering aan een man die zijn tijd vooruit was.

Anton Praetorius werkte in 1589 als diaken aan de Oppenheimer Katharinenkirche en behoorde tot de eerste theologen in Duitsland die zich publiekelijk uitspraken tegen foltering en heksenvervolging. Met grote persoonlijke moed zette hij zich in voor gerechtigheid en menselijkheid en redde hij zelfs een aangeklaagde vrouw van de marteling. Wie hier stilstaat, ontmoet een opmerkelijk hoofdstuk uit de Europese geestes- en religiegeschiedenis.

RUNDGANG/TOUR 3 - ROUTE

  • Anton Prätorius Haus (39)
  • Katharinenkirche (01)
  • Michaelskapelle (04)
  • Friedhof (15)
  • Antoniterkloster (50)
  • Welschdorfgarten (20)
  • Rathofkapelle (34)
  • Gelbes Haus (43)
  • Kirche St. Bartholomäus (16)

GUT ZU WISSEN

Alle Rundgänge starten zentral in der Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar.
Dauer: ca. 1,5 bis 2,5 Stunden pro Rundgang

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