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WEGEKREUZ VON 1734

Versteckt hinter Hausnummer 85, unweit der Wormser Straße erzählt ein barockes Wegekreuz von der engen Verbindung zwischen Weinbau und Klosterleben.

Bereits 1734 ließ es ein Zisterziensermönch errichten, der hier in Oppenheim die Güter des Klosters Eberbach verwaltete. Die Inschrift „Ich bin der wahre Weinstock“ verbindet christliche Symbolik mit der jahrhundertealten Weinkultur der Region. Wer hier verweilt, entdeckt ein stilles Zeugnis jener Kulturlandschaft, in der Glauben, Reben und Geschichte seit Jahrhunderten miteinander verwurzelt sind.

Unweit der Wormser Straße, hinter Hausnummer 85, erhebt sich ein barockes Wegekreuz aus warmem rotem Sandstein – ein stiller Zeuge vergangener Frömmigkeit mitten im heutigen Alltag.

Die Jahreszahl 1734 auf dem Sockel verrät sein Alter. Ursprünglich stand das Kreuz am südlichen Stadtausgang und wurde erst in jüngerer Zeit an seinen heutigen Standort versetzt und liebevoll instandgesetzt.

Gestiftet wurde es von Bruder Martin Klein, einem Zisterziensermönch, der als Verwalter eines klösterlichen Gutshofes in Oppenheim wirkte – ein Hinweis auf die enge, jahrhundertelange Verbindung der Stadt zum einflussreichen Kloster Eberbach. Auf dem Sockel steht bis heute zu lesen: „Ich bin der wahre Weinstock“ – ein biblischer Satz aus dem Johannesevangelium, der inmitten der Oppenheimer Weinberge eine ganz besondere, fast greifbare Bedeutung gewinnt.

Sein heutiges Erscheinungsbild verdankt das Kreuz einer umfassenden, mehrjährigen Restaurierung: Der Sandsteinsockel wurde freigelegt und gesichert, Kreuz und Metallkorpus behutsam gereinigt und stabilisiert. Der Korpus selbst stammt aus jüngerer Zeit und wurde um 1925 ergänzt – so vereint das Denkmal Spuren gleich mehrerer Jahrhunderte in einem einzigen Bauwerk.

Das Wegekreuz erzählt jedoch nicht nur von religiöser Praxis, sondern auch von der engen Verwobenheit zwischen Landschaft und Nutzung, denn auch eine bekannte Weinlage trägt den Namen  „Oppenheimer Kreuz“. Solche Verbindungen finden sich in Rheinhessen immer wieder – Flurnamen bewahren bis heute die Erinnerung an frühere Orientierungspunkte, religiöse Zeichen und gewachsene wirtschaftliche Strukturen. Auch wenn das hier beschriebene Kreuz an anderer Stelle stand, zeigt es doch, dass religiöse Symbole ganz konkret aufgegriffen wurden.

Als denkmalgeschütztes Objekt ist das Kreuz heute gesichert und sorgfältig dokumentiert. Es bleibt ein anschauliches, greifbares Zeugnis jener historischen Kulturlandschaft, in der Weinbau, religiöse Symbolik und städtische Entwicklung untrennbar miteinander verwoben sind.

Das barocke Wegekreuz steht hier schon seit fast 300 Jahren direkt am Fuße der Weinberge.

Es erzählt eine spannende Geschichte aus einer Zeit, als sich die Stadt mühsam von einem schlimmen Krieg erholen musste.

Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs im Jahr 1689 hatten feindliche Soldaten fast ganz Oppenheim in Schutt und Asche gelegt. Um den Menschen beim Wiederaufbau neuen Mut zu machen, ließ ein gläubiger Mönch namens Bruder Martin Klein im Jahr 1734 dieses große Steinkreuz aufstellen. Er war der Verwalter eines großen Gutshofs, des Rathofs rund um die Rathofkapelle, der zum berühmten Kloster Eberbach im Rheingau gehörte.

Weil Oppenheim schon immer für seine Trauben berühmt war, meißelte der Mönch einen passenden Spruch in den Sockel: „Ich bin der wahre Weinstock“.

Das Kreuz war den Menschen so wichtig, dass die Weinbergslage darum herum bis heute den Namen „Oppenheimer Kreuz“ trägt! Sogar der Papst soll 1999 einen Wein aus dieser Weinbergslage, dem „Oppenheimer Kreuz“, getrunken haben. Findest du die eingemeißelte Jahreszahl 1734 im Stein?

In der Nähe von der Wormser Straße steht ein Kreuz.

Es steht versteckt hinter dem Haus mit der Nummer 85.
Das Kreuz ist fast 300 Jahre alt.
Ein Mönch hat das Kreuz aufstellen lassen.
Ein Mönch ist ein Mann, der für Gott lebt.
Der Mönch hat in Oppenheim gearbeitet.
Auf dem Kreuz steht ein Satz.
Der Satz heißt: Ich bin der wahre Wein-Stock.
Das hat Jesus über sich selbst gesagt.
Der Satz passt gut zu dieser Gegend.
Denn hier wachsen seit sehr langer Zeit Wein-Reben.

Hidden behind number 85, not far from Wormser Strasse, a Baroque wayside cross tells of the close connection between viticulture and monastic life.

It was erected as early as 1734 by a Cistercian monk who managed the estates of Eberbach Monastery here in Oppenheim. The inscription ‚I am the true vine‘ links Christian symbolism with the region‘s centuries-old wine culture. Those who pause here discover a quiet testimony to a cultural landscape in which faith, vines and history have been rooted together for centuries.

Dissimulé derrière le numéro 85, non loin de la Wormser Straße, un Calvaire baroque témoigne du lien étroit entre la viticulture et la vie monastique.

Il fut érigé dès 1734 par un moine cistercien, chargé d‘administrer ici à Oppenheim les biens de l‘abbaye d‘Eberbach. L‘inscription « Je suis la vraie vigne » associe la symbolique chrétienne à la culture viticole séculaire de la région. Quiconque s’arrête ici découvre un témoignage silencieux de ce paysage culturel où la foi, la vigne et l‘histoire sont intimement liées depuis des siècles.

Verborgen achter huisnummer 85, niet ver van de Wormser Strasse, vertelt een barok wegkruis over de nauwe band tussen wijnbouw en kloosterleven.

Al in 1734 liet een cisterciënzermonnik het oprichten, die hier in Oppenheim de goederen van klooster Eberbach beheerde. De inscriptie ‚Ik ben de ware wijnstok‘ verbindt christelijke symboliek met de eeuwenoude wijncultuur van de regio. Wie hier stilstaat, ontdekt een stil getuigenis van een cultuurlandschap waarin geloof, wijnranken en geschiedenis al eeuwenlang met elkaar verweven zijn.

RUNDGANG/TOUR 4 - ROUTE

  • Marktplatz (05)
  • Katharinenkirche (01)
  • Frankensteiner Hof (26)
  • Geschlechterbrunnen (29)
  • Dalberger Hof – Villa Frowein (25)
  • Adelshof Wolfskehl-Gemmingen (24)
  • Himmelstreppchen (06)
  • Ruprechtsturm (21)
  • Burgruine Landskron (03)
  • Sackträgerturm (35)
  • Wegekreuz von 1734 (46)
  • Gutleuthaus (30)
  • Deutsches Weinbaumuseum (11)
  • Stadtmauer in der Bädergasse (09)
  • Krötenbrunnen (31)
  • Oppenheimer Elle (05)
  • Rathaus (08)
  • Posthof Thurn & Taxis (37)
  • Kellerlabyrinth (12)

GUT ZU WISSEN

Alle Rundgänge starten zentral in der Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar.
Dauer: ca. 1,5 bis 2,5 Stunden pro Rundgang

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