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ALTE LANDSCHREIBEREI

Die Alte Landschreiberei zählt zu den schönsten Barockbauten Oppenheims. 

Zwischen 1709 und 1711 unter Johann Williges Landvogt als kurpfälzisches Verwaltungsgebäude errichtet, zeugen bis heute das Mansarddach, kunstvolle Sandsteindetails und eine Hausmadonna von seinem repräsentativen Anspruch. Später beherbergte das Gebäude die traditionsreiche Löwen-Apotheke und wurde Ende des 19. Jahrhunderts mit Erwerb durch die Casinogesellschaft Oppenheim zum Treffpunkt des bürgerlichen Lebens mit Konzerten und Festen.

Barocke Verwaltung, pharmazeutische Forschung, bürgerliche Festkultur und schließlich ein Hotel: Die Alte Landschreiberei hat im Laufe von drei Jahrhunderten höchst unterschiedliche Rollen übernommen. Ihre Architektur trägt diese wechselvolle Geschichte noch immer sichtbar nach außen.

Errichtet wurde das zweigeschossige Gebäude zwischen 1709 und 1711 unter Johann Williges Landvogt, dem kurpfälzischen Landschreiber. Mansardwalmdach, fein gegliederte Sandsteinelemente und die Hausmadonna in der Ecknische geben dem Bau seinen repräsentativen barocken Charakter. Über dem Portal befand sich ursprünglich das Doppelwappen der Familien Landvogt und Gambs, von dem heute nur noch Teile erhalten sind.

Schon wenige Jahrzehnte später zog ein ganz anderes Gewerbe ein: Ab dem Jahr 1740 war hier zunächst die Löwen-Apotheke untergebracht. Bei einer Versteigerung erwarb der Apotheker Friedrich Koch Gebäude und Apotheke, verlegte den Betrieb jedoch bald darauf in die Krämerstraße. Gerade die Zeit in den ursprünglichen Apothekenräumen sollte besondere Bedeutung gewinnen. Hier nahmen Kochs Forschungen zur industriellen Herstellung von Chinin ihren Ausgang – jenem Medikament, das gegen Malaria eingesetzt wurde.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wandelte sich die Alte Landschreiberei erneut. Die Casinogesellschaft Oppenheim erwarb das Anwesen und ließ es umfassend umbauen. Aus dem früheren Amtsgebäude wurde ein Gesellschaftshaus mit Festsaal und Nebenräumen. 1898 und 1899 kam nach Plänen des Mainzer Architekten Genz ein rückwärtiger Mansardbau hinzu.

Nun bestimmten Konzerte, Vorträge und festliche Veranstaltungen das Geschehen. Wo einst Verwaltung und später Pharmazie ihren Platz hatten, traf sich jetzt das Oppenheimer Bürgertum zu Bildung, Geselligkeit und gesellschaftlichem Austausch. Der Wandel des Hauses spiegelte damit zugleich den Aufstieg einer neuen bürgerlichen Repräsentationskultur.

Nach mehreren Eigentümerwechseln begann 2004 das jüngste Kapitel: der Umbau zum heutigen Hotel Merian. Wesentliche Teile der historischen Substanz blieben erhalten. Fassadengliederung und Eckfigur wurden bewahrt, ehemalige Gesellschaftsräume zu Gästezimmern und Restaurant umgestaltet. Gewölbe und Sandsteinmauern sind weiterhin sichtbar – Spuren einer Vergangenheit, die in diesem Haus nicht hinter modernen Nutzungen verschwindet, sondern Teil seiner besonderen Atmosphäre bleibt.

Das Barockhaus in der Wormser Straße 2 ist ein echter Verwandlungskünstler.

Vor über 300 Jahren baute der Chef-Landschreiber Johann Williges Landvogt das im Krieg zerstörte Gebäude als mächtiges Hauptquartier wieder auf.

Ein Landschreiber war früher ein sehr wichtiger Beamter, der den Herrscher vor Ort vertrat. In der Kurpfalz (zu der Oppenheim damals gehörte) war er der oberste Leiter der Verwaltung, der Finanzen und des Gerichts.

Ab 1740 zog die Löwen-Apotheke ein. Wo einst Steuern gezählt wurden, lagerten nun Kräuter und Medizin. Eine Zeit lang forschte hier der Apotheker Friedrich Koch.

Im 19. Jahrhundert wurde es festlich: Als Sitz der „Casinogesellschaft“ füllte sich der große Saal des Gebäudes mit Musik, Konzerten und tanzenden Gästen.

Heute ist das Gebäude als Hotel umgebaut und den Saal gibt es immer noch. Schau mal ganz nach oben an die Hauswand, dort findest du das eingemeißelte Doppelwappen vom Landvogt und seiner Frau.

Die Alte Land-Schreiberei ist ein sehr schönes altes Haus.

Es wurde vor ungefähr 315 Jahren gebaut.
Damals haben hier Beamte gearbeitet.
Die Beamten haben die Gegend verwaltet.
Ihr Chef hieß Johann Williges.
Das Haus sieht sehr schön aus.
Es hat auch schöne Teile aus Sand-Stein.
An der Wand ist eine Figur von Maria.
Maria ist die Mutter von Jesus.
Später war in dem Haus die Löwen-Apotheke.
In einer Apotheke bekommt man Medizin.
Später haben die Menschen sich hier getroffen und Feste gefeiert.
Und sie haben hier Musik gehört.

The Alte Landschreiberei is one of Oppenheim‘s finest Baroque buildings.

Erected between 1709 and 1711 under Johann Williges Landvogt as an administrative building for the Electoral Palatinate, its mansard roof, refined sandstone details and house Madonna still testify to its representative ambition. Later the building housed the Löwen-Apotheke and, after being acquired by the Oppenheim Casino Society at the end of the 19th century, became a meeting place for bourgeois life, with concerts and festivities.

L’Alte Landschreiberei, l’ancienne chancellerie, compte parmi les plus beaux édifices baroques d‘Oppenheim.

Construite entre 1709 et 1711 sous le bailli Johann Williges pour servir de bâtiment administratif du Palatinat électoral, l’ancienne chancellerie témoigne encore aujourd’hui de sa vocation prestigieuse, par son toit mansardé, ses détails artistiques en grès et sa madone. Plus tard, le bâtiment a abrité la traditionnelle Löwen-Apotheke, avant de devenir, à la fin du XIXe siècle après son acquisition par la Casinogesellschaft Oppenheim, un lieu de rencontre de la vie bourgeoise, accueillant des concerts et des fêtes.

De Alte Landschreiberei behoort tot de mooiste barokgebouwen van Oppenheim.

Tussen 1709 en 1711 onder Johann Williges Landvogt gebouwd als bestuursgebouw van de Keurpalts, getuigen het mansardedak, de kunstige zandstenen details en een huis-Madonna nog altijd van de representatieve ambitie. Later huisvestte het gebouw de traditionele Löwen-Apotheke en werd het aan het einde van de 19e eeuw, na aankoop door de Casinogesellschaft Oppenheim, een ontmoetingsplaats van het burgerlijke leven met concerten en feesten.

RUNDGANG/TOUR 1 - ROUTE

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GUT ZU WISSEN

Alle Rundgänge starten zentral in der Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar.
Dauer: ca. 1,5 bis 2,5 Stunden pro Rundgang

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