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GUTLEUTHAUS

Das Gutleuthaus erzählt von einer Zeit, in der Krankheit und Armut das Leben vieler Menschen bestimmten.

Vor den Toren der mittelalterlichen Stadt bot das Spital „Zu den guten Leuten“ jenen Schutz und Fürsorge, die am Rand der Gesellschaft standen – Kranken, Armen, Pilgern und Bedürftigen. Das erhaltene spätgotische Torhaus zum Spital von 1589 erinnert an diese wichtige soziale Aufgabe. Hier im Gutleuthaus, an der Wormser Straße gelegen, wurde einst medizinische Hilfe geleistet, Trost gespendet und Verantwortung für die Schwächsten übernommen. Damit bewahrt das Gutleuthaus ein bewegendes Kapitel der Oppenheimer Stadtgeschichte.

Außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern lag ein Ort, an dem jene Menschen Aufnahme fanden, die im damaligen Alltag oft keinen Platz mehr hatten: das Gutleuthaus, auch Spital „Zu den guten Leuten“ genannt.

Vor allem Menschen mit Lepra oder anderen als ansteckend geltenden Krankheiten wurden hier versorgt. Aus Furcht vor Ansteckung durften sie nicht innerhalb der Stadt leben – Nähe zur Gemeinschaft und räumliche Ausgrenzung lagen damit unmittelbar nebeneinander.

Als Leprosenhaus wird die Einrichtung erstmals gegen Ende des 13. beziehungsweise zu Beginn des 14. Jahrhunderts erwähnt. Der Standort an der Wormser Straße war mit Bedacht gewählt. Er hielt Abstand zum dicht bewohnten Stadtgebiet, blieb von außen gut erreichbar und lag nahe landwirtschaftlich nutzbarer Flächen. Solche Spitäler entstanden deshalb häufig an den Ausfallstraßen vor den Toren einer Stadt.

Von der einstigen Anlage hat sich nur ein Teil erhalten: das 1589 in spätgotischer Bauweise errichtete Pförtner- oder Torhaus. Es markierte den Zugang zu einem Spital, dessen Geschichte im Dreißigjährigen Krieg gewaltsam unterbrochen wurde. 1621 wurde die Einrichtung zerstört. Mehr als ein Jahrhundert sollte vergehen, bevor an anderer Stelle in Oppenheim erneut ein Spital entstand.

Wie anders die Versorgung kranker Menschen aussah im Vergleich zur modernen Medizin, lässt sich heute nur schwer vorstellen. Ärzte im heutigen Sinne standen nicht zur Verfügung. Geistliche, Bader oder Laien übernahmen die Pflege. Krankheit wurde zudem häufig religiös gedeutet, weshalb neben der körperlichen Versorgung auch die Seelsorge eine zentrale Rolle spielte.

Das erhaltene Torhaus erinnert damit an weit mehr als an ein verschwundenes Spital. Es verweist auf mittelalterliche Vorstellungen von Krankheit und Fürsorge, auf Ausgrenzung und Hilfe – und auf das Leben jener Menschen, die außerhalb der Stadtmauern Schutz und Versorgung fanden.

Stell dir vor, du wirst krank und darfst plötzlich nicht mehr in deiner Stadt oder bei deiner Familie wohnen.

Genau das passierte den Menschen vor über 700 Jahren, wenn sie die schlimme Hautkrankheit Lepra bekamen.

Weil die Krankheit hochansteckend war, hatten die Menschen große Angst. Deshalb bauten sie weit außerhalb der sicheren Stadtmauer, mitten in den heutigen Weinbergen, ein eigenes kleines Anwesen für die Kranken, das Hospital.

Das kleine, spitze Steinhäuschen, das du heute hier sehen kannst, ist das Torhaus zu dieser Anlage, die man Gutleuthaus nannte, das „Haus zu den guten Leuten“. Es wurde im Jahr 1589 gebaut. Hier passte ein Pförtner auf, dass niemand die Stadt in Gefahr brachte.

Aber warum hießen die Kranken eigentlich „Gute Leute“? Damals glaubte man, dass die Kranken wegen ihres schweren Schicksals Gott besonders nahestanden. Damit die „Guten Leute“ für die Gesundheit der Stadt beteten, brachten ihnen die Menschen aus der Stadt oft freiwillig Geschenke an das Torhaus.

Das Gutleut-Haus lag vor der Mauer der Stadt.

Das Haus hieß Spital Zu den guten Leuten.
Ein Spital ist so ähnlich wie ein Kranken-Haus.
Hier bekamen kranke und arme Menschen Hilfe.
Auch Pilger konnten hier bleiben.
Pilger sind Menschen auf einer Reise zu einem heiligen Ort.
Die Menschen haben hier Trost und Pflege bekommen.
Heute steht nur noch das alte Eingangs-Tor.
Das Tor-Haus ist ungefähr 440 Jahre alt.
Es steht an der Wormser Straße.
Das Haus erinnert an eine wichtige Aufgabe:
Die Stadt hat sich um schwache Menschen gekümmert.

The Gutleuthaus is testament to a time when illness and poverty shaped many people‘s lives.

Outside the gates of the medieval town, the hospital ‚Zu den guten Leuten‘ offered protection and care to those on the margins of society: the sick, the poor, pilgrims and the needy. The surviving late Gothic gatehouse to the hospital, dating from 1589, recalls this important social mission. Here at the Gutleuthaus on Wormser Strasse, medical help was once provided, comfort was given and responsibility was taken for the most vulnerable. In this way, the Gutleuthaus preserves a moving chapter of Oppenheim‘s town history.

Le Gutleuthaus évoque une époque où la maladie et la pauvreté déterminaient la vie de nombreuses personnes.

Aux portes de la ville médiévale, l‘hôpital « Zu den guten Leuten » offrait protection et soins à ceux qui vivaient en marge de la société : les malades, les pauvres, les pèlerins et les personnes dans le besoin. La porte d‘entrée de l‘hôpital, de style gothique tardif, datant de 1589 et conservée jusqu‘à aujourd‘hui, rappelle cette mission sociale essentielle. Ici, au Gutleuthaus, situé dans la Wormser Straße, on apportait autrefois des soins médicaux, du réconfort et qu’on prenait en charge les plus vulnérables. Le Gutleuthaus permet ainsi de préserver un chapitre émouvant de l‘histoire de la ville d‘Oppenheim.

Het Gutleuthaus vertelt over een tijd waarin ziekte en armoede het leven van veel mensen bepaalden.

Voor de poorten van de middeleeuwse stad bood het hospitaal ‚Zu den guten Leuten‘ bescherming en zorg aan wie aan de rand van de samenleving stond: zieken, armen, pelgrims en behoeftigen. Het bewaard gebleven laatgotische poortgebouw van het hospitaal uit 1589 herinnert aan deze belangrijke sociale taak. Hier in het Gutleuthaus aan de Wormser Strasse werd ooit medische hulp geboden, troost geschonken en verantwoordelijkheid genomen voor de zwaksten. Daarmee bewaart het Gutleuthaus een aangrijpend hoofdstuk uit de stadsgeschiedenis van Oppenheim.

GUT ZU WISSEN

Alle Rundgänge starten zentral in der Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar.
Dauer: ca. 1,5 bis 2,5 Stunden pro Rundgang

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