LÖWEN-APOTHEKE
Das Firmenschild Löwen-Apotheke erinnert an Johann Friedrich Ludwig Koch.
Einem bedeutenden Apotheker und schließlich auch Unternehmer des 19. Jahrhunderts. Mit Innovationsgeist, der Einführung neuer pharmazeutischer Arbeitsweisen, der Anschaffung verbesserter Laborgeräte sowie einer systematischen Verarbeitung von Heilpflanzen modernisierte er das Apothekenwesen. Überregionale Bekanntheit erlangte er durch seine Arbeiten zur Herstellung von Chinin – einem wichtigen Medikament zur Bekämpfung der Malaria. Sein Wirken machte Oppenheim zu einem kleinen, aber bemerkenswerten Schauplatz der Medizingeschichte.
Text anhören:
Hörspiel:
Heilpflanzen, neue Laborgeräte und die Suche nach wirksameren Arzneimitteln: Die Geschichte der Löwen-Apotheke führt mitten hinein in eine Zeit, in der sich die Pharmazie grundlegend veränderte.
Eng verbunden ist sie mit Johann Friedrich Ludwig Koch, der von 1786 bis 1865 lebte und im 19. Jahrhundert sowohl die pharmazeutische Entwicklung als auch das öffentliche Leben Oppenheims prägte.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts übernahm Koch die Apotheke. Zunächst befand sie sich in der ehemaligen Landschreiberei, später direkt gegenüber. Unter seiner Leitung hielten neue Arbeitsweisen Einzug. Heilpflanzen wurden systematisch verarbeitet, verbesserte Laborgeräte angeschafft und moderne pharmazeutische Verfahren angewendet. Hinter den Türen der Apotheke wurde also nicht nur verkauft und ausgegeben – hier wurden Arzneimittel hergestellt, Pflanzen gelagert und pharmazeutische Verfahren weiterentwickelt.
Besonders intensiv beschäftigte sich Koch mit Chinin. Der Wirkstoff wurde zur Behandlung von Malaria eingesetzt, einer Krankheit, die damals auch in den Regionen entlang des Oberrheins verbreitet war. Doch Chinin zu gewinnen, war aufwendig – und entsprechend teuer.
Ab den 1820er Jahren gelang Koch ein entscheidender Fortschritt: Er entwickelte ein Verfahren, mit dem kristallines Chinin in größerem Maßstab gewonnen werden konnte. Dadurch wurde das wichtige Medikament deutlich erschwinglicher, auch wenn es weiterhin vergleichsweise teuer blieb. Koch ging noch einen Schritt weiter. Er bemühte sich zugleich um einfachere und kostengünstigere Präparate, damit eine breitere Versorgung der Bevölkerung möglich wurde.
Sein Engagement endete nicht an der Tür der Apotheke. Koch gehörte dem Stadtrat an und beteiligte sich an kommunalen Aufgaben. Der Weg zum erfolgreichen Apotheker dürfte dabei keineswegs leicht gewesen sein: Es ist anzunehmen, dass er sich für den Erwerb der Apotheke zunächst verschulden musste und der Aufbau eines wirtschaftlich tragfähigen Betriebs erhebliche Anstrengungen erforderte.
Die Löwen-Apotheke war damit weit mehr als eine Verkaufsstelle für Arzneimittel. Mit ihrer Offizin, den Lagerräumen für Heilpflanzen und den Arbeitsbereichen zur Herstellung von Medikamenten war sie ein Ort praktischer Pharmazie – und zugleich Schauplatz einer Entwicklung, die exemplarisch für den medizinisch-pharmazeutischen Wandel des 19. Jahrhunderts steht.
In diesem Haus war vor 200 Jahren eine Apotheke mit einem Apotheker namens Friedrich Koch.
Kindertext anhören:
Dort wurden nicht wie heute v.a. fertige Medikamente verkauft, sondern hier forschte Friedrich Koch nach einem Medikament gegen eine tödliche Krankheit.
Damals lauerte am Rhein eine unsichtbare Gefahr. Der Fluss floss träge in vielen Kurven und Bögen und bildete große sumpfige Gebiete. Ein Paradies für Millionen Mücken, deren Stich das gefährliche „Sumpffieber“ übertrug, heute bekannt als Malaria. Die Menschen bekamen Schüttelfrost und hohes Fieber und konnten daran sterben. Die einzige Rettung? Ein Stoff namens Chinin, versteckt in der Rinde eines seltenen südamerikanischen Baumes. Doch die Gewinnung war so kompliziert, dass die Medizin sehr teuer war und nur sehr Reiche auf Heilung hoffen konnten.
Das wollte Koch ändern. In seinem Labor mischte, prüfte und tüftelte er jahrelang an der Rinde. Und tatsächlich: Es gelang ihm schließlich mit seinem neuen Verfahren, das Chinin aus der Rinde herauszulösen. Dadurch wurde es einfacher zum Einnehmen und auch günstiger. Koch baute eine der ersten Fabriken zur Herstellung dieses Medikaments und war damit ein Pionier für die massenhafte Herstellung eines Medikaments.
Das Schild Löwen-Apotheke erinnert an einen besonderen Mann.
Text anhören:
Hörspiel:
Er hieß Johann Friedrich Ludwig Koch.
Er hat vor mehr als 150 Jahren gelebt.
Er war Apotheker.
Ein Apotheker stellt Medizin her und verkauft sie.
Johann Friedrich Koch hatte viele neue Ideen.
Er hat mit neuen Geräten gearbeitet.
Er hat neue Wege zum Herstellen von Medizin gefunden.
Aus Heil-Pflanzen hat er Medizin gemacht.
Besonders bekannt wurde er für die Medizin Chinin.
Chinin hilft gegen die Krankheit Malaria.
Darum kannten viele Menschen seinen Namen.
Oppenheim wurde dadurch ein wichtiger Ort für die Medizin.
The sign of the Löwen-Apotheke recalls Johann Friedrich Ludwig Koch.
An important pharmacist who later became a 19th-century entrepreneur. With his innovative spirit, the introduction of new pharmaceutical working methods, the acquisition of improved laboratory equipment and the systematic processing of medicinal plants, he modernised the way pharmacies operated. He gained wider renown for his work in producing quinine, an important drug in the fight against malaria. His achievements made Oppenheim a small but remarkable setting in the history of medicine.
L‘enseigne de la pharmacie « Löwen-Apotheke » fait référence à Johann Friedrich Ludwig Koch.
Un pharmacien de renom devenu par la suite entrepreneur au XIXe siècle. Il a modernisé le secteur pharmaceutique grâce à son esprit d‘innovation, à l‘introduction de nouvelles méthodes de travail dans le domaine pharmaceutique, à l‘acquisition d‘équipements de laboratoire plus performants et à une mise en oeuvre systématique des plantes médicinales. Il s‘est fait connaître au-delà de la région grâce à ses travaux sur la fabrication de la quinine, médicament essentiel dans la lutte contre le paludisme. Son travail a fait d‘Oppenheim un lieu modeste mais aussi remarquable, pour l‘histoire de la médecine.
Het uithangbord van de Löwen-Apotheke herinnert aan Johann Friedrich Ludwig Koch.
Een belangrijke apotheker en later ook ondernemer uit de 19e eeuw. Met zijn vernieuwingszin, de invoering van nieuwe farmaceutische werkwijzen, de aanschaf van verbeterde laboratoriumapparatuur en de systematische verwerking van geneeskrachtige planten moderniseerde hij het apothekerswezen. Bovenregionale bekendheid verwierf hij met zijn werk aan de productie van kinine, een belangrijk geneesmiddel tegen malaria. Zijn werk maakte Oppenheim tot een kleine maar opmerkelijke plek in de medische geschiedenis.
RUNDGANG/TOUR 2 - ROUTE
- Geburtshaus Paul Wallot (14)
- Anton-Prätorius-Haus (39)
- Geschlechterbrunnen (29)
- Geburtshaus Jakob Steffan (13)
- Löwen-Apotheke (17)
- Jakob Köbel (49)
- Kirche St. Bartholomäus (16)
- Rodensteiner Hof (27)
- Grundschule (45)
- Sparrhof (22)
- Merianhaus (19)
- Startpunkt: Marktplatz
- Strecke: 1,7 KM
- Höhenmeter: 60 hm
- Dauer: ca. 1 Std. 15 Min.
- Alternative Strecke
- Startpunkt: Marktplatz
- Strecke: 2,1 KM
- Höhenmeter: 65 hm
- Dauer: ca. 1 Std. 25 Min.
GUT ZU WISSEN
Alle Rundgänge starten zentral in der Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar.
Dauer: ca. 1,5 bis 2,5 Stunden pro Rundgang

