MARIACRON
Hoch über der Oppenheimer Neustadt befindet sich ein Ort, an dem sich mehr als sieben Jahrhunderte Geschichte begegnen.
Hier stand einst das Zisterzienserinnenkloster Maria Cron – die „Marienkrone“ –, das seit dem 13. Jahrhundert als geistliches Zentrum und Klosterschule für die Töchter der Burgmannen wirkte. Nach dem Ende des Klosterlebens entwickelte sich aus dem historischen Areal im 19. Jahrhundert eine Brennerei, deren Weinbrand „Mariacron“ weit über die Grenzen Oppenheims hinaus bekannt wurde. Heute befindet sich hier eine moderne Wohnanlage. Kaum ein anderer Ort vereint klösterliche Tradition, Industrie- und Markengeschichte mit modernem Leben so eindrucksvoll wie das ehemalige Maria-Cron-Areal.
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Kloster, Weinbrandproduktion, Wohnanlage – kaum ein Ort in Oppenheim hat sein Gesicht im Laufe der Jahrhunderte so grundlegend verändert wie Maria Cron. Was heute über der Oppenheimer Vorstadt liegt, begann als Frauenkloster außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer.
Seit 1265 ist Maria Cron sicher als Tochtergründung der Zisterzienserabtei Eberbach belegt; 1280 erscheint erstmals die Bezeichnung „Mariacron“, also „Marienkrone“, in einer Urkunde. Das Kloster lag vor dem Seilertor an der Straße nach Mainz, unterhalb der Steinbrüche.
Maria Cron war weit mehr als ein Ort des Gebets. Eine Klosterschule unterrichtete die Töchter der Burgmannen, während die Äbtissinnen Patronatsrechte ausübten und umfangreiche Güter verwalteten. Damit besaß das Kloster sowohl religiöse als auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung. Mit der Reformation endete das klösterliche Leben. Teile der Gebäude wurden zunächst weitergenutzt, andere verfielen, brannten ab oder wurden später abgebrochen. Von der ursprünglichen Anlage blieb nur wenig erhalten.
Viel später entstand dann eine Brennerei, die ab 1894 den Weinbrand „Mariacron“ herstellte – der historische Ortsname wurde nun zum Markennamen. Bahn und Rhein lagen günstig für den Transport von Rohstoffen und fertigen Produkten. Fasslager, Abfüllanlagen und Verwaltungsgebäude ließen das Areal wachsen.
1961 übernahm die Eckes AG den Betrieb und führte Mariacron bundesweit ein. Der Name wurde weit über Oppenheim hinaus bekannt, während seine klösterliche Herkunft zunehmend in Vergessenheit geriet. In den 1980er Jahren verlagerte man die Produktion an andere Standorte; in Oppenheim blieben die Anlagen als Lager in Gebrauch.
2007 folgte der nächste Wandel: Das ehemalige Betriebsgelände wurde zu einer Wohnanlage mit Wohnungen und Appartements umgestaltet. Historische Mauern und Rundbögen wurden dabei teilweise integriert und durch Informationstafeln erläutert. Ein verwittertes Grabmal prägt den Eingangstorbogen.
So liegen an diesem Ort gleich mehrere Jahrhunderte Oppenheimer Geschichte übereinander: mittelalterliches Klosterleben, industrielle Weinbrandproduktion und modernes Wohnen – vereint an einem Ort, der bis heute weithin sichtbar über der Vorstadt liegt.
Schau dich einmal um. Du stehst hier auf geschichtsträchtigem Boden, der den Namen Mariacron trägt.
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Dieser Ort hat eine Verwandlung erlebt, die von einem Kloster bis hin zu einer weltberühmten Fabrik reicht.
Vor über 750 Jahren bauten die Menschen genau hier, weit vor den alten Toren der Stadt, ein großes, schönes Kloster für gläubige Frauen – die Zisterzienserinnen. Das Kloster Mariacron war damals eine angesehene Schule für adelige Mädchen. Die mächtigen Adelsfamilien aus Oppenheim schickten ihre Töchter hierher, damit sie lesen, schreiben und alles Wichtige über den Glauben lernten.
Im Zuge der Reformation wurde das Kloster im 16. Jahrhundert aufgelöst und im Pfälzischen Erbfolgekrieg Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Gebäude komplett zerstört.
Vor etwa 130 Jahren bauten kluge Geschäftsleute auf diesem alten Klostergelände eine große Fabrik, eine Schnapsbrennerei. Sie stellten dort ein Getränk namens Weinbrand her und druckten den Klosternamen auf jede Flasche. Dieser „Mariacron-Weinbrand“ wurde so beliebt, dass er jahrzehntelang die Nummer eins in ganz Deutschland war und den Namen Oppenheims in alle Supermärkte des Landes brachte. Nachdem die Produktion in Oppenheim 1990 stillgelegt wurde, wurde das Gelände zu einem modernen Wohnkomplex umgestaltet.
Hoch über der Neu-Stadt von Oppenheim liegt ein großes Gebäude.
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Hier stand vor ungefähr 800 Jahren ein Kloster.
In einem Kloster leben Menschen zusammen und beten.
In diesem Kloster haben nur Frauen gelebt.
Das Kloster hieß Maria Cron.
Im Kloster gab es auch eine Schule.
Dort haben die Töchter von wichtigen Familien gelernt.
Später gab es das Kloster nicht mehr.
Vor mehr als 100 Jahren entstand hier eine Brennerei.
In einer Brennerei macht man Alkohol.
Der Wein-Brand Mariacron wurde sehr bekannt.
Viele Menschen in Deutschland kannten den Namen.
Heute wohnen hier Menschen in der alten Brennerei.
High above Oppenheim‘s new town lies a place where more than seven centuries of history meet.
This was once the site of the Cistercian nunnery Maria Cron, the ‚Crown of Mary‘, which from the 13th century served as a spiritual centre and convent school for the daughters of castle retainers. After monastic life came to an end, the historic site developed in the 19th century into a distillery whose brandy ‚Mariacron‘ became known far beyond Oppenheim. Today a modern residential complex stands here. Few places unite monastic tradition, industrial and brand history, and contemporary living as impressively as the former Maria Cron site.
Sur les hauteurs de la Neustadt d‘Oppenheim se trouve un lieu où se rencontrent plus de sept siècles d‘histoire.
C‘est ici que se trouvait autrefois le couvent cistercien féminin de Maria Cron, la « Couronne de Marie », qui servait, dès le XIIIe siècle, de centre spirituel et d‘école
conventuelle pour les filles des châtelains. Après la fin de la vie conventuelle, le site historique a donné naissance, au XIXe siècle, à une distillerie dont l‘eau-de-vie « Mariacron » s‘est fait connaître bien au-delà des frontières d‘Oppenheim. Aujourd‘hui, on y trouve un complexe résidentiel moderne. Rares sont les endroits qui réunissent avec autant de force la tradition religieuse, l’histoire industrielle et de marque, à la vie moderne que l‘ancien site de Maria Cron.
Hoog boven de Oppenheimer Neustadt ligt een plek waar meer dan zeven eeuwen geschiedenis samenkomen.
Hier stond ooit het cisterciënzerinnenklooster Maria Cron, de ‚Mariakroon‘, dat sinds de 13e eeuw diende als geestelijk centrum en kloosterschool voor de dochters van de burchtmannen. Na het einde van het kloosterleven ontwikkelde het historische terrein zich in de 19e eeuw tot een distilleerderij, waarvan de brandewijn ‚Mariacron‘ tot ver buiten Oppenheim bekend werd. Tegenwoordig staat hier een modern wooncomplex. Weinig plaatsen verenigen kloostertraditie, industrie- en merkgeschiedenis en modern wonen zo indrukwekkend als het voormalige Maria-Cron-terrein.
GUT ZU WISSEN
Alle Rundgänge starten zentral in der Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar.
Dauer: ca. 1,5 bis 2,5 Stunden pro Rundgang

