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MERIANHAUS

Das Merianhaus hebt die besondere Rolle Oppenheims als Zentrum der Buch- und Druckkunst Anfang des 17. Jahrhunderts hervor.

Die Stadt zog in dieser Zeit Künstler, Gelehrte und Verleger aus ganz Europa an. Matthäus Merian, der Ältere einer der berühmtesten Kupferstecher Europas, verbrachte vier Jahre seines Lebens (von 1616/17 bis 1620) in Oppenheim. Hier arbeitete Merian in der renommierten Werkstatt des Verlegers Johann Theodor de Bry und schuf zahlreiche Kupferstiche, die seinen späteren Ruhm als Schöpfer detailreicher Stadtansichten, Karten und illustrierter Geschichtswerke begründeten. Legendär ist sein 1645 geschaffener Kupferstich mit der Wiedergabe der Stadt Oppenheim vor der totalen Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg.

Feine Linien, präzise Perspektiven und Stadtansichten voller Details: Matthäus Merian der Ältere gehört zu den bedeutendsten Kupferstechern und Verlegern des 17. Jahrhunderts.

Seine Karten, Stadtansichten und illustrierten Geschichtswerke machten ihn berühmt. Ein entscheidendes Kapitel seiner Karriere spielte sich in Oppenheim ab – damals ein wichtiges Zentrum reformierter Buch- und Druckkunst unter kurpfälzischem Schutz.

Merian wurde 1593 in Basel geboren. Nach Stationen in Zürich, Straßburg, Nancy und Paris kam er 1616 nach Oppenheim. Hier trat er in die renommierte Druck- und Verlagswerkstatt von Johann Theodor de Bry ein, einem der bedeutendsten Verleger Europas, bekannt für aufwendig illustrierte Reiseberichte und wissenschaftliche Werke.

Schon bald wurde aus der beruflichen Verbindung auch eine familiäre: 1617 heiratete Merian Maria Magdalena, die Tochter de Brys. Für den jungen Künstler eröffnete sich in Oppenheim ein inspirierendes Umfeld. Künstlerische Möglichkeiten, wirtschaftliche Stabilität und der Austausch mit einem internationalen Kreis von Gelehrten und Autoren kamen hier zusammen. In dieser Zeit entstanden erste Stadtansichten und topografische Arbeiten, die später in seine berühmten „Topographien“ einflossen.

Oppenheim bot dafür günstige Voraussetzungen. Religiöse Toleranz, wirtschaftliche Förderung und die Lage am Rhein stärkten das Buch- und Druckwesen. Merian knüpfte Kontakte zu Kupferstechern, Druckern und Gelehrten und entwickelte seinen unverwechselbaren Stil weiter: genau beobachtet, klar aufgebaut und von großer kartografischer Präzision. Rund 300 Kupferstiche entstanden während seiner Oppenheimer Jahre.

Doch der Dreißigjährige Krieg setzte dieser produktiven Phase ein abruptes Ende. 1621 eroberten spanische Truppen Oppenheim, die Werkstatt de Brys wurde schwer beschädigt. Merian kehrte zunächst nach Basel zurück und zog anschließend nach Frankfurt. Nach dem Tod de Brys im Jahr 1623 übernahm er dort den Verlag und führte ihn zu internationaler Bedeutung.

Oppenheim blieb damit eine entscheidende Station seines Lebens: Hier entwickelte sich Merian vom Kupferstecher zum vielseitigen Verleger, Kartografen und Chronisten seiner Zeit.

Schau mal an diesem alten Haus hoch!

Genau hier, im historischen Merianhaus in Oppenheim, arbeitete vor vierhundert Jahren ein genialer Künstler namens Matthäus Merian. Er fand in dieser Stadt nicht nur Arbeit, sondern auch sein großes Glück: Er verliebte sich unsterblich in Maria Magdalena de Bry, die Tochter seines Chefs, eines Verlegers und Buchdruckers, und heiratete sie.

Merian malte nicht mit einem Pinsel, sondern ritzte seine Zeichnungen spiegelverkehrt mit einer spitzen Nadel in echte Kupferplatten. Das nennt man Kupferstich. Seine Drucke waren so unglaublich detailreich, dass man jeden einzelnen Dachziegel erkennen konnte.

Das Geniale an dieser Technik war, dass Merian damit viele Kopien herstellen konnte. Man strich einfach Tinte auf die eingeritzte Druckplatte und presste Papier darauf. So konnte er seine Zeichnungen über tausendmal kopieren und in Büchern auf der ganzen Welt verteilen.

Kurz darauf, 1618, begannen große Kriege, bei denen fast ganz Oppenheim abbrannte. Dank Merians unglaublich genauen Drucken wissen wir heute noch, wie Oppenheim und seine Gebäude früher aussahen.

Vor ungefähr 400 Jahren war Oppenheim sehr bekannt.

Hier wurden viele Bücher und Bilder gedruckt.
Künstler und Gelehrte kamen aus ganz Europa hierher.
Einer von ihnen war Matthäus Merian.
Er hat 4 Jahre lang in Oppenheim gelebt.
Merian war Kupfer-Stecher.
Ein Kupfer-Stecher ritzt Bilder in Metall-Platten.
Mit den Platten kann man viele Bilder drucken.
Merian hat in einer bekannten Druck-Werkstatt gearbeitet.
Die Werkstatt gehörte Johann Theodor de Bry.
Später wurde Merian in ganz Europa berühmt.
Er hat viele Städte und Land-Karten gezeichnet.
Ein berühmtes Bild von Merian zeigt die Stadt Oppenheim.
Das Bild zeigt die Stadt wie sie früher ausgesehen hat.

The so-called Merianhaus highlights Oppenheim‘s special role as a centre for the art of printing books in the early 17th century.

At that time the town attracted artists, scholars and publishers from across Europe. Matthäus Merian the Elder, one of Europe‘s most famous engravers, spent four years of his life in Oppenheim, from 1616/17 to 1620. Here he worked in the renowned workshop of the publisher Johann Theodor de Bry and produced numerous engravings that laid the foundations for his later fame as the creator of detailed city views, maps and illustrated historical works. His 1645 engraving showing Oppenheim before its total destruction in the War of the Palatine Succession is legendary.

La Merianhaus met en lumière le rôle particulier d‘Oppenheim comme centre de l’art du livre et de l’imprimerie au début du XVIIe siècle.

À cette époque, la ville attirait artistes, savants et éditeurs venus de toute l‘Europe. Matthäus Merian l‘Ancien, l‘un des plus célèbres graveurs européens, passa quatre années de sa vie à Oppenheim, de 1616/17 à 1620. C’est là qu’il travaillait dans le prestigieux atelier de l‘éditeur Johann Theodor de Bry et réalisait de nombreuses gravures qui fondèrent sa renommée ultérieure de créateur de vues urbaines détaillées, de cartes et d‘ouvrages historiques illustrés. Sa gravure sur cuivre de 1645 représentant Oppenheim avant sa destruction totale pendant la guerre de Succession du Palatinat est devenue légendaire.

Het Merianhaus benadrukt de bijzondere rol van Oppenheim als centrum van boek- en prentkunst aan het begin van de 17e eeuw.

De stad trok in die periode kunstenaars, geleerden en uitgevers uit heel Europa aan. Matthäus Merian de Oude, een van de beroemdste graveurs van Europa, bracht slechts vier jaar van zijn leven in Oppenheim door, van 1616/17 tot 1620. Hier werkte hij in de gerenommeerde werkplaats van uitgever Johann Theodor de Bry en maakte hij talrijke kopergravures die de basis legden voor zijn latere roem als maker van gedetailleerde stadsgezichten, kaarten en geïllustreerde geschiedwerken. Legendarisch is zijn kopergravure uit 1645 met de weergave van Oppenheim vóór de volledige verwoesting in de Paltse Successieoorlog.

RUNDGANG/TOUR 2 - ROUTE

  • Geburtshaus Paul Wallot (14)
  • Anton-Prätorius-Haus (39)
  • Geschlechterbrunnen (29)
  • Geburtshaus Jakob Steffan (13)
  • Löwen-Apotheke (17)
  • Jakob Köbel (49)
  • Kirche St. Bartholomäus (16)
  • Rodensteiner Hof (27)
  • Grundschule (45)
  • Sparrhof (22)
  • Merianhaus (19)

GUT ZU WISSEN

Alle Rundgänge starten zentral in der Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar.
Dauer: ca. 1,5 bis 2,5 Stunden pro Rundgang

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