MICHAELSKAPELLE
Die Michaelskapelle an der Nordseite der Katharinenkirche ist eine gotische Totenkapelle aus dem frühen 14. Jahrhundert.
In ihrem Untergeschoss bewahrt sie mit einem Beinhaus einen, für Deutschland, seltenen Ort stillen Erinnerns. Hier ruhen die Gebeine von schätzungsweise 15.000 bis 20.000 Menschen aus mehreren Jahrhunderten. Der eingeschränkte Raum um die Hauptkirchen der Städte und die notwendige Neubelegung von Gräbern gebot seit dem Mittelalter die Umbettung der Gebeine.
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Direkt an der Nordseite der Katharinenkirche liegt ein Ort von andächtiger Stille: die Michaelskapelle.
Der zweigeschossige, gotisch geprägte Bau entstand ursprünglich als Totenkapelle und ist dem Erzengel Michael geweiht – jenem Begleiter der Seelen, der in der christlichen Tradition den Weg ins Jenseits weist.
Ihr genaues Entstehungsjahr gibt bis heute Rätsel auf: Manches deutet auf das frühe 11. Jahrhundert hin, bauhistorische Spuren eher auf den Beginn des 14. Jahrhunderts. In der oberen Kapelle, einem lichtdurchfluteten Andachtsraum, hängt zwischen schlanken, spitzbogigen Fenstern eine gotische Totenleuchte. Einst wurde sie bei Begräbnisfeiern entzündet.
Im Untergeschoss befindet sich das Beinhaus, eines der größten und besterhaltenen seiner Art in ganz Deutschland. Zwischen dem 15. und der Mitte des 18. Jahrhunderts fanden hier schätzungsweise 15.000 bis 20.000 Menschen ihre letzte Ruhestätte – ein Ort von eindringlicher, würdevoller Wirkung.
Diese besondere Praxis hatte einen ganz praktischen Ursprung: Der Friedhof rund um die Kirche bot nur begrenzt Platz, sodass Gräber nach einiger Zeit neu belegt wurden. Die geborgenen Gebeine sammelte man an geweihter Stätte – ein im mittelalterlichen Europa weit verbreiteter Brauch, der die Toten symbolisch nah bei ihrer Gemeinschaft beließ.
Bis heute ist die Michaelskapelle lebendiger Teil des kirchlichen Lebens: Gottesdienste, Andachten und Ausstellungen finden hier statt. Im Untergeschoss zeigt ein Lapidarium Zeugnisse der Baugeschichte der Katharinenkirche. Das Beinhaus lässt sich durch ein Gitter besichtigen, die Kapelle selbst kann auf Anfrage meist besichtigt werden.
Eine schmale Treppe führt hinaus in einen kleinen Garten nach dem Vorbild mittelalterlicher Klostergärten. Rosen, Weinreben, Salbei und Myrte gedeihen hier je nach Jahreszeit – ein duftender Rückzugsort für Gedenken und stille Einkehr.
Direkt neben der Oppenheimer Katharinenkirche steht die Michaelskapelle.
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Wer in ihren Keller blickt, entdeckt ein besonderes Geheimnis: Hier stapeln sich die Knochen von rund 20.000 Menschen.
Deshalb wird dieser Raum Beinhaus genannt. Es ist eines der größten in Deutschland. Heute kann man durch ein Gitter in das Beinhaus hineinschauen.
Doch wie kamen die Knochen in den Keller? Im Mittelalter wuchs die Stadt Oppenheim schnell. Durch Kriege und Krankheiten wie die Pest starben viele Menschen. Der Friedhof war jedoch winzig und von Mauern umgeben. Als der Platz für neue Gräber knapp wurde, erfanden die Totengräber ein System: Nach einigen Jahren gruben sie alte Gräber wieder auf. Die weichen Teile der Körper waren längst zu Erde geworden. Die übrig gebliebenen Knochen wurden gereinigt und im gesegneten Keller der Kapelle dicht bis an die Decke aufgestapelt. So war im Grab wieder Platz für den nächsten Toten.
Benannt ist die Kapelle nach dem Erzengel Michael. In der Vorstellung von vielen Gläubigen hütet dieser mächtige Engel mit dem Schwert die Seelen der Toten. Als starker Kämpfer sollte er im Keller als himmlischer Wachmann auf die Knochen aufpassen und sie vor dem Bösen beschützen.
Eine Kapelle ist eine kleine Kirche.
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Die Michaels-Kapelle steht neben der Katharinen-Kirche.
Die Kapelle ist ungefähr 700 Jahre alt.
In der Kapelle wird an die Toten gedacht.
Unter der Kapelle ist ein besonderer Raum.
In diesem Raum liegen viele Knochen von toten Menschen.
Es sind die Knochen von ungefähr 15.000 bis 20.000 Menschen.
Diese Menschen sind vor sehr langer Zeit gestorben.
Früher war bei den Kirchen wenig Platz für Gräber.
Darum hat man alte Gräber wieder benutzt.
Die Knochen hat man dann in diesen Raum gelegt.
St. Michael’s chapel on the north side of St Catherine‘s Church is a Gothic funerary chapel from the early 14th century.
In its lower level it preserves an ossuary, a rare place of quiet remembrance. The bones of an estimated 15,000 to 20,000 people from several centuries rest here. Since the Middle Ages, the limited space around the main churches of towns and the need to reuse graves made it necessary to transfer bones to such places.
La chapelle Saint-Michel, située au nord de l’église Sainte-Catherine, est une chapelle funéraire gothique datant du début du XIVe siècle.
Son sous-sol, qui abrite un ossuaire, constitue un lieu de recueillement rare en Allemagne. C’est ici que reposent les ossements d’environ 15 000 à 20 000 personnes, datant de plusieurs siècles. Depuis le Moyen Âge, l’espace est restreint autour des églises principales et il devient nécessaire de réutiliser les tombes et ainsi de transférer les ossements.
De Michaelskapel aan de noordzijde van de Katharinenkirche is een gotische dodenkapel uit het begin van de 14e eeuw.
In de benedenverdieping bewaart zij met haar knekelhuis een voor Duitsland zeldzame plaats van stille herinnering. Hier rusten de beenderen van naar schatting 15.000 tot 20.000 mensen uit verschillende eeuwen. Sinds de middeleeuwen maakten de beperkte ruimte rond de hoofdkerken en de noodzaak om graven opnieuw te gebruiken zulke herbegravingen noodzakelijk.
GUT ZU WISSEN
Alle Rundgänge starten zentral in der Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar.
Dauer: ca. 1,5 bis 2,5 Stunden pro Rundgang

