RODENSTEINER HOF
Der Rodensteiner Hof am südlichen Rand der Oppenheimer Altstadt bewahrt in seinen Mauern die außergewöhnliche Geschichte von Adel, Wissenschaft und Wein.
Im 16. Jahrhundert diente das Anwesen als Stadthof der Ritter von Rodenstein, deren Besitzungen bis in den Odenwald reichten. Noch heute lassen die weitläufige Hoffläche, mächtige Sandsteinmauern, die im Obergeschoss später mit Fachwerk ergänzt wurden und historische Wirtschaftsgebäude den ursprünglichen Hofcharakter erkennen. Im 19. Jahrhundert wurde hier Geschichte der besonderen Art geschrieben: Der Apotheker Friedrich Koch nutzte das Anwesen für Versuche zur Herstellung von Chinin, einem wichtigen Medikament gegen Malaria. Später entwickelte sich das Anwesen zu dem Weingut der Erben von Friedrich Koch, das bis heute fortbesteht. So spiegelt der Rodensteiner Hof auf einzigartige Weise mehrere Jahrhunderte Oppenheimer Wirtschafts- und Kulturgeschichte wider.
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Am südlichen Rand der Oppenheimer Altstadt bewahrt der Rodensteiner Hof etwas, das andernorts längst verschwunden ist: den Charakter eines historischen Wirtschaftshofes.
Zur Straße hin steht das Wohnhaus, dahinter öffnet sich eine weit in das Grundstück reichende Hoffläche. Noch immer lässt sich daran ablesen, wie eng Wohnen und Arbeiten hier über Jahrhunderte miteinander verbunden waren.
Seine Geschichte beginnt als Stadthof der Familie von Rodenstein. Das Rittergeschlecht aus dem Odenwald besaß im 16. Jahrhundert Grundbesitz in Oppenheim. Anders als viele Adelssitze in der dicht bebauten Dalberger Straße lag ihr Hof an der Wormser Straße – einer wichtigen Verkehrsverbindung. Für einen wirtschaftlich genutzten Hof war diese Lage besonders günstig.
Das heutige Erscheinungsbild trägt die Spuren verschiedener Bauphasen. Das Erdgeschoss besteht aus massivem Sandstein, während das Fachwerk im Obergeschoss erst später ergänzt wurde. Hinter dem Wohngebäude schließen sich größere Wirtschaftsgebäude an. Sie erinnern daran, dass dieser Ort nie allein dem repräsentativen Wohnen diente, sondern immer auch von Arbeit und wirtschaftlicher Nutzung geprägt war.
Im 19. Jahrhundert begann ein wichtiges Kapitel in der Nutzung des Hofes. Der Oppenheimer Apotheker Friedrich Koch erwarb das Anwesen und nutzte es für Versuche zur Herstellung von Chinin im industriellen Maßstab. Chinin war damals das wichtigste Mittel zur Behandlung von Malaria und weltweit von großer Bedeutung. In Oppenheim entstand zwar kein großer Industriebetrieb, doch die Arbeiten auf dem Rodensteiner Hof zeigen eindrucksvoll, wie früh sich pharmazeutische Forschung und wirtschaftliche Produktion miteinander verbanden.
Der Hof blieb anschließend im Besitz der Familie Koch. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts verlagerte sich seine Nutzung zunehmend auf den Weinbau, und aus dem historischen Anwesen entwickelte sich ein Weingut. Diese Funktion hat sich bis heute erhalten.
Gerade diese erstaunliche Kontinuität macht den Rodensteiner Hof besonders: Adliger Stadthof, Schauplatz pharmazeutischer Versuche und schließlich Weingut – seine Aufgaben wandelten sich, doch eines blieb über die Jahrhunderte bestehen: der Hof war stets ein Ort, an dem nicht nur gewohnt, sondern vor allem auch gearbeitet und gewirtschaftet wurde.
Hinter diesem großen, historischen Hoftor verbirgt sich der Rodensteiner Hof.
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Dieses Gebäude hat eine unglaublich spannende Geschichte erlebt, erst im Mittelalter als Rittergut, dann als Fabrik mit einem genialen Erfinder und heute als traditionsreiches Weingut.
Vor über 500 Jahren wohnten hier die stolzen Ritter „von Rodenstein“. Ihr Haus war besonders wichtig, weil es direkt an der dicken Stadtmauer lag und Oppenheim nach Süden hin beschützte.
Im 19. Jahrhundert kaufte der kluge Apotheker Friedrich Koch den alten Hof. Er legte im Jahr 1833 mit ersten Weinbergen den Grundstein für ein Weingut und baute das Haus gleichzeitig in die allererste Medizin-Fabrik Deutschlands um. Hier stellte er das Pulver Chinin her, das erste wirksame Heilmittel gegen die gefährliche Krankheit Malaria. Das machte Oppenheim in der ganzen Welt bekannt.
Als sein Sohn Carl Koch den Hof übernahm, schloss er die Medizin-Fabrik, um seiner Leidenschaft für den Weinbau zu folgen. Er verwandelte die alten Fabrikhallen in gemütliche Weinkeller und machte aus dem Ort das Weingut Bürgermeister Carl Koch Erben, das noch heute der Familie gehört.
Der Rodensteiner Hof liegt am Rand der Alt-Stadt.
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Vor ungefähr 450 Jahren gehörte er den Rittern von Rodenstein.
Der Hof ist sehr groß.
Es gibt dicke Mauern aus Sand-Stein.Oben ist Fach-Werk aus Holz.
Es gibt auch alte Ställe und Scheunen.
So sehen Sie noch gut: Das war früher ein großer Hof.
Vor mehr als 150 Jahren passierte hier etwas Besonderes.
Der Apotheker Friedrich Koch hat hier geforscht.
Er wollte die Medizin Chinin herstellen.
Chinin hilft gegen die Krankheit Malaria.
Später wurde aus dem Hof ein Wein-Gut.
Das Wein-Gut gibt es heute noch.
On the southern edge of Oppenheim‘s old town, the Rodensteiner Hof preserves within its walls an exceptional history of nobility, science and wine.
In the 16th century the estate served as the town residence for the Knights of Rodenstein, whose possessions extended as far as the Odenwald. Even today, the spacious courtyard, powerful sandstone walls, later supplemented with half-timbering on the upper floor, and the historic farm buildings still reveal the original character of the estate. In the 19th century a very special chapter of history was written here: the pharmacist Friedrich Koch used the property for experiments in producing quinine, an important medicine against malaria. Later the estate became the winery of Friedrich Koch‘s heirs, which continues to exist today. The Rodensteiner Hof thus reflects several centuries of Oppenheim‘s economic and cultural history in a unique way.
À la lisière sud de la vieille ville d‘Oppenheim, le Rodensteiner Hof renferme entre ses murs l’histoire exceptionnelle de la noblesse, des sciences et du vin
Au XVIe siècle, le domaine servait de résidence urbaine aux chevaliers de Rodenstein, dont les possessions s‘étendaient jusqu‘à l‘Odenwald. Aujourd‘hui encore, la vaste cour, les imposants murs de grès, qui ont été complétés plus tard par des structures à colombages à l‘étage supérieur, et les bâtiments d‘exploitation historiques permettent de reconnaître le caractère originel de la propriété. Au XIXe siècle, un chapitre très particulier de l’histoire a eu lieu : le pharmacien Friedrich Koch a utilisé cette propriété pour mener des expériences visant à fabriquer de la quinine, un médicament essentiel contre le paludisme. Plus tard, le domaine est devenu le vignoble des héritiers de Friedrich Koch, qui existe encore aujourd‘hui. Ainsi, le Rodensteiner Hof reflète de manière unique plusieurs siècles d‘histoire économique et culturelle d‘Oppenheim.
Aan de zuidelijke rand van de oude binnenstad van Oppenheim bewaart de Rodensteiner Hof binnen zijn muren een uitzonderlijke geschiedenis van adel, wetenschap en wijn.
In de 16e eeuw diende het complex als stadshof van de ridders van Rodenstein, wier bezittingen tot in het Odenwald reikten. Nog altijd laten het uitgestrekte erf, de machtige zandstenen muren, later op de bovenverdieping aangevuld met vakwerk, en de historische bedrijfsgebouwen het oorspronkelijke hofkarakter herkennen. In de 19e eeuw werd hier geschiedenis van bijzondere aard geschreven: apotheker Friedrich Koch gebruikte het terrein voor proeven met de productie van kinine, een belangrijk geneesmiddel tegen malaria. Later ontwikkelde het complex zich tot het wijngoed van de erfgenamen van Friedrich Koch, dat tot op vandaag bestaat. Zo weerspiegelt de Rodensteiner Hof op unieke wijze meerdere eeuwen economische en culturele geschiedenis van Oppenheim.
GUT ZU WISSEN
Alle Rundgänge starten zentral in der Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar.
Dauer: ca. 1,5 bis 2,5 Stunden pro Rundgang

