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RUPRECHTSTURM

Über der Oppenheimer Altstadt erhebt sich der Ruprechtsturm.

Der 1903 wieder errichtete Turm steht auf den Fundamenten eines mittelalterlichen Wehrturms des 13. Jahrhunderts, des sog. Schneiderturms und verbindet auf einzigartige Weise Geschichte und Erlebnis; den Wandel vom Wehrturm zum Aussichtsturm. Benannt nach König Ruprecht (König von 1400 bis 1410), der seine letzten Lebenswochen auf der Landskron verbrachte, lädt der Turm zu einem besonderen Ausblick auf die Rheinebene ein – allerdings nur nach vorheriger Vereinbarung.

Der Ruprechtsturm wirkt, als hätte er Oppenheim schon seit dem Mittelalter bewacht. Tatsächlich ist er deutlich jünger: Erst 1903 wurde der markante Aussichtsturm unterhalb der Burgruine Landskron errichtet.

Sein Standort jedoch ist historisch. Der Bau steht auf den Grundmauern des sogenannten Schneiderturms, der einst Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung war.

Dieser ursprüngliche Turm entstand im 13. Jahrhundert. Als Bestandteil des Mauerrings sicherte er einen wichtigen Abschnitt der Stadtmauer, diente der Beobachtung und ermöglichte die Verteidigung entlang der Befestigung. Im Mittelalter waren solche Mauerabschnitte einzelnen Zünften zugeordnet. Besonders schwierig zu verteidigende Bereiche überließ man kräftigen und kampferprobten Berufsgruppen. Dass hier die Schneider zuständig waren, spricht deshalb dafür, dass dieser Abschnitt vergleichsweise gut geschützt und leichter zu verteidigen war.

Viele Jahrhunderte später erhielt der Ort eine neue Bedeutung. Um 1900 entstand ein wachsendes Interesse daran, historische Stadtbilder sichtbar zu machen und für Besucher erlebbar zu gestalten. Auch in Oppenheim sollte die Erinnerung an die frühere Stadtbefestigung nicht verschwinden. So entstand auf den alten Fundamenten ein neuer Turm, dessen Form bewusst an mittelalterliche Architektur erinnert.

Dieses Prinzip – historische Wirkung neu zu inszenieren und verlorene oder veränderte Stadtbilder wieder erfahrbar zu machen – findet sich auch bei späteren, deutlich größeren Projekten wieder. Beispiele dafür sind der Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt oder der Neubau des Berliner Stadtschlosses.

Am Ruprechtsturm begegnen sich deshalb zwei Epochen auf engstem Raum: unten die mittelalterlichen Spuren der Stadtmauer, darüber ein Bauwerk vom Beginn des 20. Jahrhunderts.

Seinen Namen trägt er nach König Ruprecht, der von 1400 bis 1410 römisch-deutscher König war. Die letzten Wochen seines Lebens verbrachte er auf der nahe gelegenen Burg Landskron.

Vor über 700 Jahren stand genau hier der „Schneiderturm“.

Er war dreimal so hoch wie heute! Wenn damals Feinde die Stadt angriffen, kletterten die mutigen Schneider der Stadt auf den Turm, um Oppenheim zu verteidigen.

Das war an dieser Stelle nicht ganz so gefährlich – daher hatten die Schneider diesen Turm zur Verteidigung bekommen. An anderer, weitaus gefährlicherer Stelle mussten die starken Sackträger zur Verteidigung antreten.

Doch im Jahr 1689 passierte das Unglück: Im Krieg mit Frankreich zerstörten Soldaten den Turm komplett. Über zweihundert Jahre lang lagen hier nur noch Trümmer.

Erst im Jahr 1903 hatten die Oppenheimer die tolle Idee, den Turm auf den alten Grundmauern einfach wieder völlig neu aufzubauen. Allerdings nicht mehr als Wehrturm, sondern als Aussichtsturm und als Zeugnis für die Geschichte der Stadt. Benannt wurde er nach König Ruprecht, der sehr oft auf der nahen Burg seine Zeit verbrachte und auch hier gestorben ist.

Fast wäre die Geschichte aber schiefgegangen: Vor einigen Jahren fing der Turm plötzlich an, sich gefährlich zur Seite zu neigen – wie der Schiefe Turm von Pisa – und drohte einzustürzen. Doch die Bürger hielten zusammen, reparierten ihn im Jahr 2020 und retteten ihr Denkmal. Wer heute die Stufen erklimmt, kann wie einst die Schneider meilenweit über das Land blicken!

Über der Alt-Stadt steht der Ruprechts-Turm.

An dieser Stelle stand vor ungefähr 800 Jahren schon ein Turm.
Dieser alte Turm hat die Stadt beschützt.
Er hieß Schneider-Turm.
Vor ungefähr 120 Jahren haben Menschen den Turm neu gebaut.
Dafür haben sie die alten Steine im Boden benutzt.
Früher war der Turm für den Schutz der Stadt da.
Heute können Sie von oben in die Landschaft schauen.
Sie sehen den Rhein und das weite Land.
Der Turm heißt nach König Ruprecht.
Der König hat vor ungefähr 600 Jahren gelebt.
Er hat seine letzten Wochen auf der Burg Landskron verbracht.
Wichtig: Sie müssen sich vorher anmelden.Nur dann können Sie auf den Turm gehen.

Rising above Oppenheim‘s old town is the Ruprecht Tower.

Re-erected in 1903, it stands on the foundations of a medieval defensive tower from the 13th century, the so-called Schneiderturm, and uniquely combines history and experience: the transformation from watchtower to lookout tower. Named after King Rupert, who ruled from 1400 to 1410 and spent the final weeks of his life on the Landskron, the tower offers a spectacular view over the Rhine plain, although only by prior arrangement.

La tour Ruprecht domine la ville d’Oppenheim.

Reconstruite en 1903, elle se dresse sur les fondations d’une tour défensive médiévale du XIIIe siècle, le « Schneiderturm », et associe de manière unique histoire et expérience : la transformation d‘une tour défensive en tour panoramique. La tour, nommée en l’honneur du roi Ruprecht, qui régna de 1400 à 1410 et qui passa les dernières semaines de sa vie au château de Landskron, offre une vue exceptionnelle sur la plaine du Rhin, accessible uniquement sur rendez-vous.

Boven de oude binnenstad van Oppenheim verheft zich de Ruprechtsturm.

De in 1903 herbouwde toren staat op de fundamenten van een middeleeuwse verdedigingstoren uit de 13e eeuw, de zogenoemde Schneiderturm, en verbindt op unieke wijze geschiedenis en beleving: de verandering van wachttoren naar uitzichttoren. Genoemd naar koning Ruprecht, die regeerde van 1400 tot 1410 en zijn laatste levensweken op de Landskron doorbracht, biedt de toren een bijzonder uitzicht over de Rijnvlakte, zij het alleen na voorafgaande afspraak.

GUT ZU WISSEN

Alle Rundgänge starten zentral in der Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar.
Dauer: ca. 1,5 bis 2,5 Stunden pro Rundgang

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