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EHEM. WEIN- UND OBSTBAUSCHULE

Hoch über der Altstadt erinnert das Gebäude an die großen Herausforderungen im Weinanbau des 19. Jahrhunderts.

Etwa Reblausbefall und Qualitätsprobleme, aber auch die Anfänge des modernen Weinbaus in Rheinhessen. Seit 1897 wurden hier Winzerinnen und Winzer ausgebildet, neue Rebsorten erprobt und innovative Methoden für Anbau, Kellertechnik und Vermarktung entwickelt. In den gewölbten Versuchskellern verband sich wissenschaftliche Forschung mit praktischer Erfahrung. Das denkmalgeschützte Gebäude am Zuckerberg steht damit für Wissen, Tradition und die Leidenschaft für den Wein, die Oppenheim und Rheinhessen seit Jahrhunderten prägt.

Am Hang des Zuckerbergs erhebt sich ein Gebäude, das fest in die Geschichte des rheinhessischen Weinbaus integriert war: die ehemalige Wein- und Obstschule, errichtet 1896 und 1897 als „Königliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau Oppenheim“.

Der mehrgeschossige Bau folgt der klaren Formsprache spätwilhelminischer Zweckarchitektur, gewinnt aber durch seine symmetrische Fassade und das steile Walmdach eine bemerkenswerte Repräsentanz. Seine Lage verbindet die Nähe zu den Weinbergen mit dem Rand der dicht bebauten Altstadt – ein Standort mit Aussicht und Anbindung zugleich.

Die Gründung fiel in eine bewegte Zeit: Rheinhessen zählte zwar seit dem Mittelalter zu den bedeutenden Weinbaugebieten am Rhein, kämpfte im 19. Jahrhundert jedoch mit Reblausbefall, schwankender Qualität und wachsendem wirtschaftlichem Druck. Fachliche Ausbildung und wissenschaftliche Begleitung wurden zur dringenden Notwendigkeit – die neue Anstalt schulte Winzer, erprobte neue Rebsorten und trieb die Kellertechnik entscheidend voran. Theorie und Praxis griffen dabei eng ineinander: Reberziehung, Pflanzenschutz, Obstbau, Kellerwirtschaft und Vermarktung standen ebenso auf dem Programm wie die Beratung der heimischen Winzer.

Ein besonderer Schatz verbirgt sich unter dem Gebäude: gewölbte, teils deutlich ältere Keller, geschickt in die Hanglage integriert. Als Lehr- und Versuchskeller ermöglichten sie praxisnahe Ausbildung unter realen Bedingungen – ein Ort, an dem Wissen und Handwerk unmittelbar zusammenfanden.

Nach mehreren Umbenennungen entwickelte sich die Einrichtung zur „Staatlichen Lehr- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau“ und gilt als direkter Vorläufer des heutigen Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, das bis heute seinen Hauptsitz in Oppenheim hat. Forschung, Ausbildung und Beratung leben hier fort – ergänzt durch ein Staatsweingut im Verband Deutscher Prädikatsweingüter.

Bis heute ist Rheinhessen Deutschlands größtes Weinanbaugebiet – ein Erbe, das eng mit diesem Ort verbunden bleibt. Das denkmalgeschützte Gebäude am Zuckerberg 19 dient heute überwiegend als Wohnhaus und bewahrt sein historisches Erscheinungsbild bis in die Gegenwart.

Am Zuckerberg 19 siehst du ein großes, wunderschönes Gebäude.

Genau hier befand sich die Wein- und Obstbauschule, die am 31. Juli 1895 gegründet wurde. Die Schule lag direkt am Hang, nah bei den Weinbergen. Dadurch konnten die Schüler praktisch draußen lernen.

Damals steckte der Weinbau in einer riesigen Krise, weil ein gefährlicher Schädling, die Reblaus, die Weinstöcke zerstörte. Die Schule wurde zum Super-Labor für die Natur: Schlaue Forscher untersuchten Krankheiten, testeten neue Obstsorten und brachten den jungen Winzern bei, wie man richtig guten Wein macht.

Der berühmte erste Direktor, Heinrich Fuhr, gründete im Jahr 1907 sogar einen Rebschutzdienst, der die Winzer über Schädlinge, aktuelle Techniken etc. informierte. Dieser wurde zum Vorbild für ganz Deutschland und existiert bis heute.  Aus dieser Schule entstand später auch die berühmte Staatliche Weinbaudomäne und das DLR, eine Ausbildungsstätte für grüne Berufe (Gärtner, Winzer, etc.), die bis heute an der Wormser Straße in Oppenheim ansässig sind.

Hoch über der Alt-Stadt steht ein altes Schul-Haus.

Hier war früher eine Schule für Wein-Bauern.
Die Schule gibt es seit mehr als 125 Jahren.
Damals gab es große Probleme im Wein-Bau.
Ein kleines Tier hat die Wein-Pflanzen kaputt gemacht.
Das Tier heißt Reb-Laus.
Auch die Qualität vom Wein war oft schlecht.
In der Schule haben Frauen und Männer viel gelernt.
Sie haben neue Wein-Sorten ausprobiert.
Und sie haben neue Methoden entwickelt.
Im Wein-Keller haben sie geforscht.
Es erinnert an das Wissen über den Wein.
Der Wein ist bis heute wichtig für diese Gegend.

High above the old town, this building recalls the major challenges faced by 19th-century viticulture.

Such as phylloxera and quality problems, but also the beginnings of modern winegrowing in Rheinhessen. From 1897 onwards, vintners were trained here, new grape varieties were tested and innovative methods for cultivation, cellar technology and marketing were developed. In the vaulted experimental cellars, scientific research was combined with practical experience. The listed building on the Zuckerberg therefore stands for knowledge, tradition and the passion for wine that has shaped Oppenheim and Rheinhessen for centuries.

Sur les hauteurs de la vieille ville, le bâtiment rappelle les grands défis auxquels a été confrontée la viticulture au XIXe siècle.

Comme le phylloxéra et les problèmes de qualité, mais aussi les débuts de la viticulture moderne en Hesse rhénane. À partir de 1897, on y formait des vigneronnes et des vignerons, on y expérimentait de nouveaux cépages et l‘on y développait des méthodes innovantes en matière de culture, de vinification et de commercialisation. Dans les caves d‘expérimentation voûtées, la recherche scientifique allait de pair avec l‘expérience pratique. Ce bâtiment classé monument historique, situé sur le Zuckerberg, incarne ainsi le savoir, la tradition et la passion pour le vin qui caractérisent Oppenheim et la Hesse rhénane depuis des siècles.

Hoog boven de oude stad herinnert het gebouw aan de grote uitdagingen van de wijnbouw in de 19e eeuw.

Zoals druifluis en kwaliteitsproblemen, maar ook aan het begin van de moderne wijnbouw in Rheinhessen. Sinds 1897 werden hier wijnboeren opgeleid, nieuwe druivenrassen getest en innovatieve methoden voor teelt, keldertechniek en marketing ontwikkeld. In de gewelfde proefkelders werd wetenschappelijk onderzoek verbonden met praktische ervaring. Het monumentale gebouw aan de Zuckerberg staat daarmee voor kennis, traditie en de passie voor wijn die Oppenheim en Rheinhessen al eeuwenlang kenmerkt.

GUT ZU WISSEN

Alle Rundgänge starten zentral in der Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar.
Dauer: ca. 1,5 bis 2,5 Stunden pro Rundgang

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