WELSCHDORFGARTEN
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erlebte die Druckkunst in Oppenheim eine goldene Zeit.
Der berühmte Verleger und Kupferstecher Johann Theodor de Bry verlegte seine Werkstatt hierher und schuf in der Stadt einen der fortschrittlichsten Verlage des Reiches. Im damaligen Welschdorf, das vielen Glaubensflüchtlingen vor allem aus den spanischen Niederlanden und Frankreich eine neue Heimat bot, entstand ein kreatives Umfeld von internationaler Ausstrahlung. Hier wirkte ebenfalls der junge Matthäus Merian, gleichzeitig auch Schwiegersohn de Brys. Der heutige Welschdorfgarten erinnert an diese außergewöhnliche Epoche, in der Oppenheim zu einem Ort von Kunst, Wissen und kulturellem Austausch wurde.
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Ein kleiner, zauberhafter Garten mitten in der Oppenheimer Altstadt führt zurück in eine Zeit, in der Menschen verschiedenster Herkunft und Berufe das gesellschaftliche und kulturelle Leben der Stadt mitprägten.
Der heutige Welschdorfgarten erinnert dabei sowohl an Oppenheims Haltung gegenüber Glaubensflüchtlingen, vor allem im 15. Jahrhundert, als auch an Johann Theodor de Bry – einen der berühmtesten Verleger des frühen 17. Jahrhunderts.
De Bry, 1561 geboren, entstammte einer angesehenen Familie, die ursprünglich aus den südlichen Niederlanden kam und später in Frankfurt ansässig war. Sein Vater Theodor de Bry hatte dort einen erfolgreichen Verlag aufgebaut. Johann Theodor führte das Unternehmen nach seiner Ausbildung in Straßburg und Frankfurt zunächst weiter.
Doch zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde das Arbeiten in Frankfurt schwieriger. Politische und konfessionelle Spannungen nahmen zu, besonders reformierte Glaubensangehörige waren von Einschränkungen betroffen. Um 1609 verlegte de Bry deshalb seine Druckerei nach Oppenheim. Die Stadt gehörte zur reformierten Kurpfalz und bot größere religiöse Toleranz, wirtschaftliche Freiheiten und durch ihre Lage am Rhein gute Handelsverbindungen.
Auch das Welschdorf spielte bei seiner Entscheidung eine wichtige Rolle. Hier lebten reformierte Glaubensflüchtlinge, vor allem aus den spanischen Niederlanden und aus Frankreich. „Welsch“ bezeichnete damals Menschen romanischer Herkunft, deren Hauptsprachen beispielsweise Französisch oder Italienisch waren. Für de Bry bedeutete dieses Umfeld kulturelle Nähe und ein tragfähiges Netzwerk.
In Oppenheim erlebte seine Werkstatt eine bemerkenswerte Blüte. Sie entwickelte sich zu einer der leistungsfähigsten Druckereien im Reich. Aufwendige Kupferstiche, fein ausgearbeitete Illustrationen und großformatige Buchwerke entstanden hier.
1616 kam mit Matthäus Merian ein weiterer bedeutender Künstler in die Werkstatt. Bereits ein Jahr später heiratete er de Brys Tochter Maria Magdalena. Merian wurde zu einem zentralen Mitarbeiter und später zum Nachfolger des Verlages.
Der Dreißigjährige Krieg beendete diese produktive Zeit abrupt. 1621 nahmen spanische Truppen Oppenheim ein, plünderten die Stadt und zerstörten auch de Brys Werkstatt. Er kehrte nach Frankfurt zurück, wo er 1623 starb. Seine Rückkehr hing mit der politischen Lage zusammen und dürfte zusätzlich durch sein zunehmendes Alter und seine nachlassende Gesundheit begünstigt worden sein.
So bewahrt der stille Welschdorfgarten die Erinnerung an eine außergewöhnliche Epoche – an Glaubensflüchtlinge, kulturellen Austausch und an Oppenheims Bedeutung als Zentrum frühneuzeitlicher Druck- und Verlagskunst.
Der Welschdorfgarten in der Altstadt von Oppenheim ist ein geschichtsträchtiger Platz, der vor über 400 Jahren ein wichtiger Zufluchtsort war.
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Im Jahr 1609 flohen viele evangelische Familien wegen ihres Glaubens aus Frankreich und den Niederlanden nach Deutschland.
Die Stadt Oppenheim half ihnen und bot ihnen in diesem Viertel ein neues, sicheres Zuhause. Da die neuen Bewohner eine romanische Sprache sprachen, nannte man sie damals „Welsche“ und ihr Wohngebiet das „Welschdorf“.
Der berühmteste Einwanderer war der erfolgreiche Buchdrucker und Verleger Johann Theodor de Bry. Er baute in Oppenheim eine große Druckerei auf. Weil er so viel Arbeit hatte, holte er kurz darauf den talentierten Zeichner Matthäus Merian in die Stadt, der später de Brys Tochter heiratete. Zusammen druckten sie in Oppenheim weltbekannte Bücher und wunderschöne Landkarten.
Heute erinnert der grüne Welschdorfgarten an diese Zeit. Er ist ein friedlicher Erholungsort, eine ruhige Oase im Herzen der Altstadt. Er erzählt davon, was es heißt, wenn Menschen einander in Not helfen. Verweile einfach ein bisschen und genieße die besondere Atmosphäre dieses Ortes.
Vor ungefähr 400 Jahren gab es in Oppenheim Drucker.
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Einer von ihnen war Johann Theodor de Bry.
Er war Verleger und Kupfer-Stecher.
Ein Verleger lässt Bücher drucken und verkauft sie.
Seine Werkstatt war eine der besten weit und breit.
Die Werkstatt war im Welschdorf.
Welschdorf hieß damals ein Teil von Oppenheim.
Dort lebten viele Menschen aus anderen Ländern.
Sie kamen aus Frankreich und aus den Niederlanden.
Sie mussten fliehen, weil sie anders an Gott geglaubt haben.
In Oppenheim haben sie eine neue Heimat gefunden.
Auch Matthäus Merian hat hier gearbeitet.
Er war der Schwieger-Sohn von de Bry.
Der Welschdorf-Garten erinnert an diese besondere Zeit.
The beginning of the 17th century became known as the golden age of printing in Oppenheim.
Famous publisher and engraver Johann Theodor de Bry moved his workshop here and created one of the most advanced publishing houses in the Empire. In the former Welschdorf, which offered a new home to many religious refugees, especially from the Spanish Netherlands and France, an internationally influential creative environment emerged. Matthäus Merian, who was also de Bry‘s son-in-law, worked here too. Today‘s Welschdorfgarten recalls this extraordinary period, when Oppenheim became a place of art, knowledge and cultural exchange.
L‘imprimerie a connu un âge d’or à Oppenheim au début du XVIIe siècle.
Le célèbre éditeur et graveur Johann Theodor de Bry installa ici son atelier et créa dans la ville l‘une des maisons d‘édition les plus avant-gardistes de l‘Empire. Dans l‘ancien Welschdorf, qui offrait un nouveau foyer à de nombreux réfugiés religieux, notamment originaires des Pays-Bas espagnols et de France, s‘est développé un milieu créatif au rayonnement international. C‘est là également que travaillait le jeune Matthäus Merian, qui était par ailleurs le gendre de de Bry. L’actuel Welschdorfgarten rappelle cette époque exceptionnelle où Oppenheim est devenue un haut lieu de l‘art, du savoir et des échanges culturels.
Aan het begin van de 17e eeuw beleefde de drukkunst in Oppenheim een gouden tijd.
De beroemde uitgever en graveur Johann Theodor de Bry verplaatste zijn werkplaats naar de stad en bouwde er een van de modernste uitgeverijen van het Rijk op. In het toenmalige Welschdorf, dat veel geloofsvluchtelingen vooral uit de Spaanse Nederlanden en Frankrijk een nieuw thuis bood, ontstond een creatieve omgeving met internationale uitstraling. Ook de jonge Matthäus Merian, tevens schoonzoon van de Bry, werkte hier. De huidige Welschdorfgarten herinnert aan deze uitzonderlijke periode, waarin Oppenheim een plaats van kunst, kennis en culturele uitwisseling werd.
RUNDGANG/TOUR 5 - ROUTE
- Oppenheimer Elle (05)
- Rathaus (08)
- Posthof Thurn & Taxis (37)
- Kellerlabyrinth (12)
- Katharinenkirche (01)
- Michaelskapelle (04)
- Burgruine Landskron (03)
- Himmelstreppchen (06)
- Uhrturm (36)
- Krötenbrunnen (31)
- Welschdorfgarten (20)
- Startpunkt: Marktplatz
- Strecke: 2,7 KM
- Höhenmeter: 100 hm
- Dauer: ca. 1 Std. 25 Min.
- Steiler Abstieg über Treppen, teilweise unbefestigte Wege
GUT ZU WISSEN
Alle Rundgänge starten zentral in der Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar.
Dauer: ca. 1,5 bis 2,5 Stunden pro Rundgang

